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Altneuland · 1905-11-01 · Heft 11-12 (November 1905) · p. Seite 360

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 11-12 (November 1905)
Article
Die Gartenstadt
Date
1905-11-01
Page
Seite 360 (sequence 12)
Language
German
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IRI
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- 360 — wiegen die Gärten und Felder vor. Dabei hat das ganze Städtchen noch nicht 3000 Einwohner. Wie es in den Gärten dort aussieht, welche Vielseitigkeit der Bearbeitung und der Produktion schon heute dort angetroffen werden kann, das wird das nachstehende Beispiel illustrieren. Einer dieser Gärten, den ich zufällig eingehender besichtigen konnte, umfasste etwa 1V3 Hektar und war meist mit Orangen und Zitronen bestanden. Von den Erträgen lebte eine Familie von 8 Personen, die so reichlich zu tun hatten, dass manches trotz ersichtlichen Fleisses der Leute vernachlässigt bleiben musste. Die Fläche Landes hatte eben ausgereicht, um auch einer noch grösseren Familie Beschäftigung und Verdienst zu geben. Die Leute zogen sich ihren Bedarf an Getreide und Gemüsen, sowie Früchte und Geflügel zu eigenen Gebrauch und zum Verkaufe. Sie besassen einen Esel, zwei Ochsen und ein Stück Jungvieh — alle in vorzüglichem Futterzustand. Das Gut war mit Bambus-Hecken eingefriedigt; aus den Bambus-Stäben war neben den Wohn- und Stallgebäuden eine Hütte errichtet, in der S e i d e n w ü r m ie r gezüchtet wurden — eine sehr rentable Beschäftigung, die sich besonders für Frauen und Kinder eignet, die nur wenige Wochen in Anspruch nimmt, und an die sich noch eine Reihe anderer Beschäftigungen angliedern lassen (Spinnen, Weben usw.). Schliesslich befassten sich die Leute auch noch mit Fischzucht. Mittels einer Noriah (Schöpfwerk) wird Wasser zu Bewässerungszwecken in ein grösseres Bassin gepumpt, wie dies vielfach im Orient geschieht. Hier war dieses Bassin noch dazu benutzt, Fische heranzuziehen und zwar Seefische 1 Die dem Meere sehr jung entnommenen Fische werden zu diesem Zwecke vom salzigen Meerwasser durch allmähliches Beifügen von Süsswasser in kurzer Zeit an letzteres gewöhnt, so dass sie schliesslich in das Süsswasser-Bassin gesetzt werden können, wo sie recht gut gedeihen. Ich sah eine Menge Exemplare von 25—30 cm Länge. Im ganzen sollen in dem kleinen Reservoir viele Hunderte von Fischen gewesen sein. Was hier den verhältnismässig rückständigen Cyprioten gelungen ist, bei denen von Anleitung, von genossenschaftlichen Einrichtungen und derlei Dingen nicht die Rede ist,

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