Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1905)
- Article
- Die Hamburg-Amerika-Linie [Nachricht]
- Date
- 1905-10-01
- Page
- Seite 320 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 320 — werden kann. Die Hotels sind je eine massige Tagereise (zu Wagen oder Pierd) voneinander entfernt in Nabulus (Sichern), Dschenin, Nazareth und Tiberias gelegen; sie sollen namentlich als willkommene Unterkunftstaüonen für die Nacht dienen und den Reisenden fortan die Mitnahme von Zeltlagern auf Maultieren ersparen. Da Palästina und Syrien ausser der in . Bau befindlichen Mekkabahn bis heute nur über drei Eisennbahnlinien (Beirut—Baalbek—Damaskus, Jaffa— Jerusalem, Haifa—Deraa) verfügen, die noch dazu sämtlich in westöstlicher Richtung das Land durchqueren, so ist das Vorgehen der deutschen Gesellschaft, die eine gute Landverbindung von Süden nach Norden herstellt, eine bedeutsame Verkehrsverbesserung. Auf der Basis dieser Neuerung und der vorhandenen Eisenbahnlinien hat denn auch das Berliner Reisebureau der Hamburg—Amerika- Linie sofort eine grosse Anzahl unabhängiger Palästinareisen für Gesellschaften und Einzelpersonen ausgearbeitet, die in der unmittelbar bevorstehenden Reisesaison die Kenntnis des Gelobten Landes auf eine weit angenehmere und gründlichere Weise vermitteln werden, als das früher geschehen konnte. Drei Agenturen in Jaffa, Jerusalem und Beirut sind für diese Zwecke neu geschaffen worden. Die Anfänge der jüdischen Kolonisation in Palästina. Zu den1 Anfängen der Kolonisation Palästinas durch Juden teilt uns Herr Kurt Frey er in Stettin eine Stelle mit, die er in dem Buche „Meine Reise im Orient" von Alexander Ziegler. Leipzig, J. J. Weber, 1855 (!), fand. (Seite 62/63 des zweiten Teiles.) „Die grosse Noth, in welcher sich die (Jerusalemer) Juden bei dem Ausbleiben der Unterstützung aus Europa befinden, hat sie zum ersten Anfang des Ackerbaues getrieben. Sie baten nämlich den englischen Konsul, er möchte ihnen Land verschaffen, damit sie durch ihrer Hände Arbeit ihr Brod verdienen könnten. Er wies ihnen Arbeit auf dem ihm zugehörenden Felde an, und so sah man in diesem Sommer täglich 50—60 Israeliten mit Hacken, Schaufeln, Körben etc. zum Thore hinausziehen und den Tag über auf dem Felde arbeiten, worüber Jedermann staunte. Es ist der erste Anfang, dass Juden wieder das heilige Land, das Land ihrer Väter selbst bebauen, eine seit Jahrhunderten unerhörte Erscheinung, welche Alle, die der Herstellung des Landes und des Volkes harren, als ein erfreuliches Zeichen der Zeit begrüssen werden." Die Erdbeben in Palästina. Die Forschungen im Lande Palästina, die in der letzten Zeit einen sehr giossen Aufschwung genommen haben, dehnen sich nun auch auf die Erdbeben aus. Dr. Max Blanckenhorn hat durch mannigfache Untersuchung die Gewissheit gewonnen, dass Palästina zwar kein Haupterdbebengebiet, aber doch ein Land ist, das zu mannigfachen seismologischen Beobachtungen reichlich Gelegenheit bietet, dann aber auch als wichtige Verbindungsbrücke zwischen andern Gebieten eine Erforschung gewiss lohnt. Auf Grund seiner reichen Mitteilungen berät zur Zeit der Vorstand des Deutschen Palästinavereins, ob nicht die Gesellschaft selbst die Angelegenheit in die Hand nehmen soll. Das erste wäre die Gründung einer Erdbebenwarte. Es liegt auf der Hand, dass solche Untersuchungen auch für die Geschichte und die Kulturentwickelung des Landes von Wert sind. Verantwortlich für den redaktionellen Teil von „Altneuland" Dr. S. Soskin, Berlin. Druck von Pass & Garleb G.m.b.H., Berlin W. 35, Steglitzerstr.il.