Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1905)
- Article
- Die anatolische Eisenbahn [Nachricht]
- Date
- 1905-10-01
- Page
- Seite 308 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 308 — Am 25. Oktober 1904 wurde die von deutschen Ingenieuren und zum aller grössten Teil au? deutschem Material erbaute, 200 km lange erste Teilstrecke der Bagdadbahn Konia—Eregli usw. dem Verkehr übergeben. Nach dem übereinstimmenden Urteil von Sachkennern ist die Ausführung des Baues eine vorzügliche und den weitgehendsten Ansprüchen genügende. Orientbank. Betreffs der Herstellung einer Interessengemeinschaft zwischen der Orientbank und der Deutschen Palästina - Bank hören wir, dass die Bestrebungen sich auf zwei Punkte beziehen. Es ist einerseits vorgesehen, dass jede der beiden Banken keine Filialen da gründet, wo die andere bereits vertreten ist, und andererseits ist eine gegenseitige Zuweisung von Geschäften vorgesehen. Dass diese Interessengemeinschaft im Verlaufe der Zeit eine weitere Ausgestaltung erfährt, darf man wohl nicht als ausgeschlossen ansehen, angesichts der Tatsache, dass die Interessengebiete der beiden Institute sich sehr nahe berühren und ihre Zwecke und Ziele identisch sind. Vorderhand werden beide Banken bereits von der Interessengemeinschaft Nutzen erwarten dürfen. Es ist be lauerlich, dass die in Palästina seit zwei Jahren tätige Anglo- Palestine-Company der jüngeren Orientbank in bezng auf die Herstellung einer Interessengemeinschaft mit der Deutschen Palästina-Bank nicht zuvorgekommen ist. Der russische Handel in Damaskus. Dem „Prawitelstwennij Wjestnik" entnehmen wir die folgenden Mitteilungen: Die russischen Handelsbeziehungen zu Palästina und Syrien sind ungeachtet der häufigen Dampferfahrten, welche von den Hafenplätzen des Schwarzen Meeres dorthin stattfinden, und der grossen Pilgerzüge, welche die Dampfschiffe der russischen Gesellschaft für Dampfschiffahrt und Handel benützen, immer noch unbedeutend. "Wie der russische Konsul in Damaskus berichtet, wird der russische Handel in dieser Hauptstadt Sj'riens in seinem Umfange von dem Handel anderer europäischer Staaten weit übertroffen, wenngleich in letzter Zeit eine Zunahme des Imports einiger Waren russischer Herkunft sich bemerkbar macht. Einen eisten Platz und sogar eine gewisse Art von Monopol hat auf dem Markte in Damaskus das russische Petroleum erobert, welches bisher dort noch keinerlei Konkurrenz hatte. Vor zehn Jahren noch überstieg der Verbrauch von Petroleum nicht 60 000 Kisten (jede Kiste ä 2 Pud); im Jahre 1903 stieg diese Ziffer auf 82 560 Kisten. Der Bedarf von Petroleum in Damaskus ist so bedeutend, dass selbst Preisschwankungen nicht ungünstig auf den Umfang des Absatzes einwirken konnten. Diese Erscheinung erklärt sich sowohl durch die starke Zunahme der Bevölkerung von Damaskus, als auch durch die besondere Vorliebe, welche die Svrier für grelle Beleuchtung haben. Lampen und Kronen sind bei ihnen in grosser Zahl im Gebrauch. In letzter Zeit kamen auch Petroleum- Kocheinrichtungen in Aufnahme. Die Schwankungen in den Preisen für Petroleum hängen einzig von der Menge des Vorrates auf dem Markte in #Damaskus und besonders in Beirut ab, von wo es die Händler in Damaskus kaufen. Nach Angaben der letzteren haben 5 bis 6 Kommissionshäuser in Beirut, welche Petroleum beziehen, 3 Segelschoner speziell für den Transport von Petroleum aus Batum gemietet. Die Verspätungen dieser Schiffe infolge von schlechtem Wetter und starkem Wellengang, besonders in der von Stürmen so reichen Winterszeit, be-