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Altneuland · 1905-09-01 · Heft 9 (September 1905) · p. Seite 288

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 9 (September 1905)
Article
Die Ausgrabungen auf Tell el-Mutesellim [Nachricht]
Date
1905-09-01
Page
Seite 288 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 288 — Diese Verhältnisse veranlassen den Vorstand des Deutschen Vereins zur Erforschung Palästinas, sich noch einmal an die Mitglieder mit der Bitte zu, wenden, die Vollendung der Arbeiten durch ausserordentliche Gaben fördern zu wollen. Die österreichischen Forschungen in Palästina. Der Professor an der evangelisch-theologischen Fakultät in Wien Dr. E. Sellin hat der Wiener Akademie der Wissenschaften jetzt eine umfangreiche Studie über das Gesamtergebnis seiner Forschungsgrabungen auf dem Teil Taannek in Palästina überreicht, die er mit Unterstützung der Wiener Akademie und des Unterrichtsministeriums zur Ausführung bringen konnte. Die Funde, welche bei der Burg des kanaanitischen Fürsten Gschtarwgschur gemacht wurden, bringen, wie der Verfasser bemerkt, eine Geschichte der Keramik in Palästina zur Veranschaulichung. f Auch für die Kultur- und Religionsgeschichte sind wertvolle Beiträge hinzugekommen, und zwar durch die Aufdeckung eines spätkanaanitischen Hauses, das allen Ausraubungen entgangen war. Hier lagen neben Geräten des täglichen Lebens die Leichen einer Mutter mit ihren fünf Kindern und der Schmuck, der zum grössten Teil aus Gold bestand und komplett erhalten ist. Es ^ist der erste, der bis jetzt in Palästina gefunden wurde. Für die Religionsgeschichte von Wichtigkeit ist der Fund einer bronzenen weiblichen Götterfigur, die bis jetzt einzigartig dasteht. Ferner ist durch die letzten Aufdeckungen die Wahrscheinlichkeit nähergerückt, dass die ganze Burg eigentlich ein Heiligtum war, die ein iürstliches Archiv in sich birgt. Zum Schlüsse sind noch drei gut erhaltene Tontafeln und kleine Fragmente von fünf anderen zutage g*efördert worden, teils Briefe, teils Namenlisten. * Stiftung für Forschungsexped.tionen nach Palästina. Der New Yorker Finanzmann Jakob Schiff hat der Harvard-Universität 200 000 Mk. gestiftet, damit fünf Jahre lang jedes Jahr eine Forschungsexpedition nach Palästina ausgeschickt werde. Die Sinai-Expedition des Aegyptologen Flinders Petrie. Der Aegyptologe Flinders Petrie befindet sich auf einer Sinai- Expedition, welche nach Erforschung des Wadi Maghara wichtige Entdeckungen in Sarabit el Khadem gezeitigt hat. Der uralte Tempel liegt fünf Tagereisen tief in der Wüste, und unmittelbar an ihn stösst ein altes ägyptisches Fort, dessen Zweck es war, die dortigen Gräber gegen räuberische Ueberiälle zu schützen. Wie die mehrere Wochen dauernden Nachgrabungen ergaben, war hier ursprünglich ein semitisches Heiligtum, über und neben dem dann die Aegypter ihre Tempel errichteten. Das ursprüngliche Heiligtum ist eine Höhle, die die Aegypter dann der Hathor weihten und die zwei während der XII. Dynastie errichtete Altäre enthält. Diese Höhle einschliessend, erbauten die verschiedenen Könige einen Portikus, einen Hof für Abwaschungen und zahlreiche Kammern für die hierher wallfahrenden Pilger. Der Hof für Abwaschungen entspricht genau dem HanafTyeh der jetzigen Moscheen, ein Beweis, dass letztere mehr als 2000 Jahre älter sind als der Mohammedanismus. Gegen 250 Inschriften und Bilder sind kopiert worden, die, wenn übersetzt und gesichtet, Aufschluss über die Bergwerke der Aegypter am Sinai geben werden. Verantwortlich für den redaktionellen Teil von „Altneuland" Dr. S. Soskin, Berlin. Druck von Pass & Gar leb G.m.b.H., Berlin W. 35, Steglitzerstr.il.

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