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Altneuland · 1905-09-01 · Heft 9 (September 1905) · p. Seite 284

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 9 (September 1905)
Article
Die diesjährige Rosenölernte in der Türkei [Nachricht]
Date
1905-09-01
Page
Seite 284 (sequence 2)
Language
German
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— 284 — Pass die Parfümindustrie als kleinere Hausindustrie lohnend ist, unterliegt keinem Zweifel. Hat doch auch der spätere Pächter der Parfümfabrik in 'Jessod-Hamaalah verhältnismässig gute Geschäfte gemacht. Das deutsche Generalkonsulat in Konstantinopel berichtet über die diesjährige Rosenölernte in der Türkei wie folgt:' Der in Bulgarien im vergangenen Jahre aufgetretene strenge Winter hatte den Rosenpflanzungen mehr Schaden zugefügt, als dies sonst in kalten Jahren zu geschehen pflegt. Im Frühjahr hatte starke Hitze die Rosenstöcke schnell zur Entwickelung gebracht. Der damalige Stand der Felder liess eine kleine Ernte befürchten, um so mehr als die Rosenfelder infolge Hagelschlags in mehreren Dörfern der Kariowo-Gegend vernichtet wurden. Indessen brachte der überall rechtzeitig gefallene, ausgiebige Regen neue Triebe hervor, und da diese befruchtenden Regen mit kühler Witterung auch während der Destillation anhielten und diese verlängerten, so ist das Ergebnis wider Erwarten noch ein sehr günstiges geworden. Die Ernte bleibt mit etwa 875 000 Meticals nur wenig hinter* der vorjährigen zurück. Trotzdem aber sind den Produzenten allgemein höhere Preise bewilligt worden, weil das zur Destillation benötigte Brennmaterial erheblich teurer bezahlt werden musste als bisher. Die Holzbestände auf dem Balkan lichten sich von Jahr zu Jahr mehr, ohne dass für deren Ersatz genügend gesorgt wird. Ueber den Preis des neuen Rosenöls lassen sich zuverlässige Angaben zurzeit noch nicht machen. Ausfuhr von Eiern aus der Türkei. , In der No. 2 unserer Zeitschrift lfd. Jhrg. haben wir ausführlich über die Bedeutung der Eierproduktion und des Eierkonsums in einigen Ländern berichtet, wobei wir auf die Möglichkeit einer gesteigerten Eierproduktion hinwiesen. Jetzt sind wir in der Lage, einen Bericht des deutschen Generalkonsulats in Konstantinopel zum Abdruck zu bringen, der uns mit den Verhältnissen der Eierausfuhr aus der Türkei bekannt macht. Die Eierausfuhr aus der Türkei auf dem Wege der orientalischen Bahnen, welche hauptsächlich nach Deutschland, Belgien und England geht, bat im Jahre 1904 wiederum eine grosse Zunahme erfahren. Dank den Zufuhren aus Anatolieu und den Häfen des Schwarzen Meeres (Samsun, Trapezunt, Ineboli usw.) weist namentlich der von Konstantinopel ausgehende Eierexport eine gewaltige Steigerung auf. Derselbe betrug 1900: 51, 1901: 168, 1902: 770, 1903: 514 Tonnen, im Jahre 1904 ist er auf 3617 Tonnen gestiegen. In ähnlicher Weise hat sich auch der Eierexport bei anderen Stationen der orientalischen Bahnen vermehrt. Von Philippopel, Adrianopel und Salonik aus hat derselbe im Jahre 1893 insgesamt 265 Tonnen ausgemacht, er ist nach und nach gewachsen und hat sich im Jahre 1904 insgesamt auf 8613 Tonnen belaufen. Alles in allem hat daher die orientalische Bahn im Jahre 1904: 12 230 Tonnen Eier aus der Türkei nach den obengedachten Ländern befördert. Die Verwaltung der orientalischen Bahnen ist bemüht, den in Rede stehenden Verkehr weiter zu] heben. Zu diesem Zwecke hat sie nicht nur die an sich schon sehr billigen direkten Exporttarife, was ihren Anteil für die Strecke Konstantinopel—Bellowa angeht, um 20% ermässigt, sondern sie geht namentlich auch darauf aus, die empfindliche Ware beim Transport gegen schädliche

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