Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 9 (September 1905)
- Article
- Nochmals die Oelpflanzen [Nachricht]
- Date
- 1905-09-01
- Page
- Seite 282 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 282 — wildertem?) Zustande angetroffen wird, die aber Gehr wohl geeignet ist, bedeutende Erträge abzuwerfen. Eine auf unsere Veranlassung gemachte chemische Untersuchung des palästinischen Rizinussamens (das Ergebnis der Untersuchung folgt weiter unten) stellte in ihm einen dem ostafrikanischen Produkt gleichen Fettgehalt fest. Die in der Rundfrage, welche wir hier im Wortlaute bringen, angegebene neue Verwendung des Rizinussamens wird vielleicht unsere Kolonisten bestimmen, einen Versuch mit der Kultur des Rizinus zu unternehmen. Die Aussichten für den Absatz der Produkte scheinen sich demnach noch zu mehren. Rundfrage über den Anbau von Rizinus. „Auf Veranlassung des Kaiserlichen Gouvernements richte ich an alle Beamten und Private, die über die Rizinuskultur Erfahrungen gesammelt haben,, die ergebenste Bitte, ihre Erfahrungen baldmöglichst dem B. L. Institut zur weiteren Verarbeitung mitzuteilen. Besonders wäre es von Wichtigkeit, zu erfahren, ob es möglich sein würde, für einen Preis von 140 M. pro Tonne cir Hamburg grosse Mengen von Rizinussamen zu liefern. Veranlasst wird diese Rundfrage durch zwei von den Vereinigten Chemischen Werken Aktiengesellschaft (Charlottenburg) an die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes gerichtete Schreiben, aus denen die nachfolgenden Abschnitte hier abgedruckt werden mögen: „Während die Rizinussamen früher nur zur Gewinnung des in denselben enthaltenen Oeles gesammelt wurden, welches aber immerhin nur beschränkten Konsum hat, sind in letzterer Zeit neue Verwendungsarten für diese Samen gefunden worden, die einen starken Aufschwung des Konsums erwarten lassen. Schon jetzt hat sich infolge der gesteigerten Nachfrage eine bedeutende Aufwärtsbewegung der Preise für Rizinussaat geltend gemacht, und es ist anzunehmen, dass die Nachfrage fortgesetzt steigen wird. „Die von uns ausgearbeitete, unter Patentschutz gestellte und in bereits mehr als 30 deutschen Fabrikea zur Einführung gebrachte, neue Verwendung des Rizinussamens besteht darin, dass ein in den Rizinusbohnen enthaltenes, äusserst wirksames Fettspaltungsferment zur technischen Zerlegung von Fetten in Fettsäure und Gryzerin benutzt wird. Die Hauptinteressenten für dies Verfahren sind die Seifen- und Stearinfabriken, und es könnten bei passendem Preise der Saat ausserordentlich grosse Mengen derselben verwendet werden. Deutschland allein dürfte schätzungsweise ohne Schwierigkeit 10 Millionen Kilogramm konsumieren können. Als Preis dafür dürfte etwa 140 M. per Tonne cif Hamburg Rechnung tragen." Der in dem obigen Schreiben angegebene Preis von 140 M. per Tonne kann übrigens wahrscheinlich keineswegs als Maximum bezeichnet werden. Wie bereits früher mitgeteilt wurde, ist die vom B. L. Institut zur Prüfung eingesandte Probe von der hier vielfach wild wachsenden kleinsamigen Rizinusart mit 21,50 Fr c s. pro 100 kg bewertet." Untersuchung von Rizinussamen aus Deutsch-Ostafrika und Palästina. Auf Veranlassung des Biologisch-Landwirtschaftlichen Instituts zu Amani wurden vom Kolonial-Wirtschaftlichen Komitee dort gezogene Rizinussamen gleichzeitig mit Samen kleinasiatischer und syrischer Herkunft dem unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Thoms stehenden Pharmazeutischen Institut der Universität Berlin zur