Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 9 (September 1905)
- Article
- Aus Palästina [Nachricht]
- Date
- 1905-09-01
- Page
- Seite 281 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 281 — wärts auf die Höhe,, um dann in grossen Windungen an der östlichen Talwand in den Wadi Dschifna hinabzusteigen. Den Ort Dschifna selbst berührt [die Strasse nicht, sondern läuft in einiger Entfernung vorbei. Bei 'Ain-sinja (22 km) erreicht sie den Talboden und läuft nun dem schönen Tal entlang. Auf der Höhe von 'Atara (27J/2 erreicht sie den Wadi ed-Dschib und biegt, in diesem weiterführend, in spitzem Winkel nach Südosten, um etwa bei km 30l/2 in den Wadi el-Haramije und damit in den Reitweg von Betin her zu münden. Sie wendet sich wieder nordwärts und erreicht bei km 31 4Ain el-Haramije. Dann steigt sie immer dem Tale folgend nordwärts an. Bei Sindschil, km 38, endet sie, und man muss von da ab den alten schlechten Reitweg benutzen. Dagegen ist dann wieder von Nablus her die Strasse ein gutes Stück fertig. Sie. läuft am Westrand der Ebene el-Machna und erklimmt in grossen Windungen die Höhe südlich derselben. Hier endet sie. Wann das fehlende Mittelstück fertig sein wird, ist nicht abzusehen. Dagegen ist jetzt viel von dem ernstlichen Plan einer Eisenbahn die Rede, welche Jerusalem und Nablus mit der Haifa—Damaskus-Bahn verbinden soll. Unter dem Regiment des neuen Mutessarrif zeigen sich in Jerusalem erfreuliche Spuren eines Fortschritts zum Besseren. Eine allgemeine Strassenreinigung ist eingefühlt worden, und mehr als 400 Laternen erhellen jetzt bei Nacht die Strassen sowohl im Innern der Stadt als in den Vorstädten bis hinaus zur deutschen Kolonie. Freilich, das Budget der Stadt Jerusalem, die arm ist, gestattet solche Ausgaben nicht ohne weiteres; es muss also für Strassenreinigung und Beleuchtung eine besondere Abgabe erhoben werden, die auch von den Europäern eingeholt wird. Die Jafastrasse entlang soll sich eine schattige Allee ziehen, zu der schon den Winter die Bäumchen eingepflanzt wurden. Was am meisten not tut, ist ein Bebauungsplan. Bisher fehlte ein solcher ganz, und regellos nach Willkür baute jeder auf seinem Grundstücke, wie er wollte. Auch das soll jetzt anders werden; ein Stadtbauplan ist in Arbeit. Freilich kommt er eigentlich zu spät. Eine Neueinteilung der Stadt in Stadtviertel mit Anlage neuer Polizeistationen dient zur Erhaltung der Ordnung und Sicherheit. Besondere Aufmerksamkeit wird den Strassen geschenkt, nicht bloss in Jerusalem, sondern im ganzen Mutessarriflik. Die Fahrstrasse von Jerusalem nach Nablus ist auf Jerusalemer Gebiet vollendet, ebenso die Fahrstrasse, die von el-Bire nach Ramallah abzweigt. An der Strasse von Nablus nach Jaffa fehlen nur noch wenige Kilometer vom Nahr el-cAudscha bis Jaffa. Die Fahrstrasse nach Jericho mit ihrem schlechten, steilen Abstieg ins Jordantal wird durch eine neue, bequemere ersetzt werden, die vom Chan el-Hatrura über Nebi Musa zum Toten Meer führt. Sie soll noch dieses Jahr in Arbeit genommen werden. VERMISCHTES. Nochmals die Oelpflanzen. Zu den in unserer vorigen Nummer gemachten Mitteilungen fügen wir heute noch die folgenden hinzu: Die nachfolgende Rundfrage wurde von dem Vorsteher des Biologisch- Landwirtschaftlichen Instituts (Landwirtschaftliche Versuchsstation) in Amani, Deutsch-Ostafrika, an die verschiedenen Interessenten erlassen. Es handelt sich hier um den Rizinus, eine Pflanze, die vorläufig in Palästina nur in wildem (oder ver-