Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 8 (August 1905)
- Article
- Die Kultur von Oelpflanzen : Handel Senegals mit Erdnüssen [Nachricht]
- Date
- 1905-08-01
- Page
- Seite 254 (sequence 2)
- Language
- German
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— 254 — Nachdem die für Lieferung Dezember—Januar verkauften Nüsse, etwa 20000 Tonnen, auf den verschiedenen Märkten mit einem Verlust von durchschnittlich 20 % für die Senegalfirmen liquidiert worden waren, trat eine zweimonatliche Stockung ein. Die Eingeborenen wollten ihr Produkt zu dem ihnen angebotenen Preise von 10 Frcs. für 100 kg nicht verkaufen. In Europa bot man nunmehr 18 Frcs. und zu letzterem Preise war sogar wenig Nachfrage. Plötzlich trat infolge der Missernte der Sesamkörner und Erdnüsse in Indien gegen Ende Januar ein sehr günstiger Umschlag ein. Der Kurs stieg in kurzer Zeit bis zu 26 Frcs., namentlich im Norden Frankreichs und in Holland. Verschiedene Fabrikanten wollten sich eiligst ihre nötigen Quantitäten sichern und überboten sich täglich mehr. Infolge dieses Umschlages konnte die etwas geringe Ernte (sie wird 90 000 Tonnen nicht übersteigen) zu einem Durchschnittspreise von 17—18 Frcs. abgesetzt werden, was dem bisherigen Mittelpreise in guten Jahren entspricht. Es ist aber zweifellos, dass das mit den diesjährigen Erdnüssen hergestellte Oel, sowie alle anderen mit demselben in Berührung stehenden Erzeugnisse, sehr schlechter Qualität sind, und die Fabrikanten nur mit Hilfe von Mischungen oder chemischen Prozeduren imstande sind, damit verkaufbare Ware herzustellen. Dann ist aber auch durch die diesjährigen Ereignisse der Beweis geliefert, dass die Senegalnuss einer der bedeutendsten Faktoren für den europäischen Speiseölmarkt bildet, mit dem immer gerechnet werden muss. Von der 1904er Ernte gingen: nach Frankreich........ 93 338 Tonnen „ England........1051 „ Deutschland.......8 161 „ Belgien.........4 516 „ Holland......... 24 327 „ Dänemark........ 3 500 „ „ verschiedenen Ländern ... 2 890 Wenn man bedenkt, dass der grösste Teil der nach Holland (Rotterdam) verschifften Erdnüsse von dort wieder rheinaufwärts nach Deutschland, hauptsächlich nach Mannheim weitergeht, so wird man begreifen, welche bedeutende Holle die Erdnuss auch bei der deutschen Oelfabrikation spielt. Das Kais. Konsulat in Rufisque ist stets bereit, auf eventuelle Anfrage über Erntestand, Qualität der Nüsse usw. möglichst genaue Auskunft zu geben. Da gerade Rufisque der Hauptstapelplatz für Erdnüsse ist (Export 1904: 82 000 Tonnen), so werden die Mitteilungen um so mehr Vertrauen verdienen". Wir müssen noch hinzufügen, dass Senegal vor 65 Jahren nur für 1500 Frcs. Erdnüsse ausgeführt hatte, während die diesjährige Produktion den Wert von etwa 25000000 Frcs. repräsentiert. Der Versuch in Hederah hat ja überzeugend bewiesen, dass sowohl die klimatischen wie die Bodenverhältnisse Palästinas dieser Kulturpflanze entsprechen. An diesem Beispiel sehen wir wiederum einmal, dass uns ein spezielles Institut in Palästina abgeht, welches die Einführung neuer Kulturen fördern und überwachen würde. Ein solches Institut wird die von uns geplante Versuchsstation hoffentlich werden. Aetherische Oele. Dem „Organ für Oel- und Fetthandel" in Trier entnehmen wir nachfolgende von einem Londoner Mitarbeiter mitgeteilten Einzelheiten des Handels mit ätherischen Oelen. Da in Palästina die Pflanzen, die diese ätherischen Oele