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Altneuland · 1905-08-01 · Heft 8 (August 1905) · p. Seite 231

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Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 8 (August 1905)
Article
Deutsche Kolonisations-, Wirtschafts- und Kulturbestrebungen im türkischen Orient
Date
1905-08-01
Page
Seite 231 (sequence 7)
Language
German
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— 231 — Bankinstitut in der Türkei, die, Ende 1897 aus der im vorhergehenden Jahre begründeten Deutschen Palästina- und Orientgesellschaft hervorgegangen, mit 500 000 M. Kapital zu arbeiten begann und jetzt über 800 000 M. verfügt. Die Schwierigkeiten, mit der die Bank zu kämpfen hat, müssen keine geringen sein, denn die Dividenden, die sie verteilt, sind bisher keine bedeutenden gewesen: 4°/0 für 1902, 0% für 1903. Auch sah sie sich in diesem Jahre genötigt, das Grundkapital auf M. 600 000 zusammenzulegen und M. 200 000 Vorzugsanteile auszugeben. Zu ihren bisherigen Niederlassungen in Jaffa und Jerusalem ist im vorigen Jahre noch eine in dem aufstrebenden Haifa hinzugekommen. Viel wichtiger dürfte die Orientbank werden, eine Schöpfung der Nationalbank für Deutschland sowie der Banque Nationale de Grece, die im vorigen Monat mit volleingezahltem Kapital von 10 Millionen Francs gegründet wurde, und die in Hamburg, Konstantinopel, Saloniki, Smyrna, Athen und Alexandrien Niederlassungen plant. Sie will speziell den Absatz deutscher Kaufmannsgüter fördern, der bisher im Vergleich zu anderen europäischen Nationen und im Verhältnis zu den von Deutschland nach der Türkei importierten Kriegs- und Eisenbahnmaterialien noch relativ geringfügig ist. Zum Schluss sei noch bemerkt, dass jetzt auch einige deutsche Versicherungsgesellschaften beginnen, im türkischen Orient Geschäfte zu treiben: freilich ist ihre Tätigkeit daselbst bisher eine geringe im Vergleich zu den englischen, französischen und namentlich amerikanischen Gesellschaften, welche selbst die kleinen Ortschaften des Binnenlandesmethodischbearbeiten lassen. Von grösserer Bedeutung ist natürlich für den deutschen Handel die Deutsche Levantelinie, deren von Hamburg ausgehende 8 Dampfschiffe die meisten wichtigen Plätze des türkischen Orientes anlaufen. Im Jahre 1883 gegründet, besitzt sie jetzt einen schon recht stattlichen Schiffspark. Während sie im Jahre 1890 auf 9 Fahrten 14161 Tonnen beförderte, war diese Zahl 1899 bei 45 Fahrten schon auf 88 555 Tonnen gestiegen. Hamburg allein führe 1898 für 10 405 000 Mark nach der Türkei aus, und für 13 264 000 Mark ein, wovon der grössere Teil vermutlich auf den türkischen Orient fällt. Dass die Levantelinie in enge Verbindung mit der Orientbank getreten ist, dürfte gleichfalls dem deutschen Handel im Orient sehr förderlich sein. Auch die deutschen Postanstalten in Smyrna, Beirut, Jaffa und Jerusalem tragen sehr zur Förderung des deutschen Handels_bei.

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