Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 8 (August 1905)
- Article
- Deutsche Kolonisations-, Wirtschafts- und Kulturbestrebungen im türkischen Orient
- Date
- 1905-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2266000-2266015-2266023-2267595--1220-2267616- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ALTNEULAND MONATSSCHRIFT für die wirtschaftliche Erschliessung Palästinas Organ der zionistischen Kommission zur Erforschung Palästinas HERAUSGEGEBEN VON F. OPPENHEIMER S. SOSKIN O. WARBURG. No. 8. Berlin, August 1905. 2. Jahrg. DEUTSCHE KOLONISATION-, WIRT¬ SCHAFTS- UND KULTURBESTREBUNGEN IM TUERKISCHEN ORIENT. Von Prof. Dr. O. War bürg. (Fortsetzung.) Die gleiche Auffassung herrscht nun noch heute in den massgebenden, d. h. die öffentliche Meinung formenden Kreisen, vor, und besonders scharf kommt sie in einem Aufsatz des Konstantinopeler Berichterstatters der „Kölnischen Zeitung" über ,.Die Deutschen in der Türkei" vom 31. Dezember 1904 zum Ausdruck, in welchem es heisst: „Was gute Patrioten und schlechte Musikanten zu erstreben vorgeben, eine planmässige deutsche Besiedlung türkischer Gebiete, ist aus mehrmals hier dargelegten Gründen unmöglich. Aus den Erfolgen der Templer in Palästina lässt sich nicht auf die Möglichkeit von Ansiedlungen in anderen Gebieten schliessen, weil die Templer unter Umständen leicht wirksamen fremden Schutz erhalten können, was für Innerkleinasien z. B. nicht durchführbar wäre, und weil es der türkischen Regierung vielleicht angemessen erschienen ist, gerade in Palästina den begehrlichen russischen, griechischen und katholischen Bestrebungen gegenüber ein ihr weniger unbequemes Element, die Protestanten, zu stärken — divide et impera. Aber wenn diese und andere Gründe auch nicht zuträfen, so würde doch der Versuch einer planmässigen Besiedlung bei den Türken ein nicht unberechtigtes und störendes Misstrauen gegen alle Unternehmungen erwecken, an denen Deutsche stark beteiligt sind. Das schliesst nicht aus,