Mannheim
Compact Memory

Altneuland · 1905-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1905) · p. Seite 215

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1905)
Article
Die arabische Eisenbahn [Nachricht]
Date
1905-06-01
Page
Seite 215 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2266000-2266015-2266022--1187-2267571
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Anfang von Damaskus in fast genau südlicher Linie bis zum Platz Maan (465 km) bereits fertig. Die Arbeiten auf dieser Strecke umfasten 24 Stationen, •65 Brücken, einen Viadukt von 60 m Länge und 20 m Höhe und einen Tunnel von 150 m Länge. Die Schwierigkeit des Bahnbaues beruht auf der rauhen und zerrissenen Beschaffenheit des im allgemeinen ebenen Bodens. Immerhin sollen die Kosten 30 000 M. auf das Kilometer nicht überschreiten, was auch für eine eingleisige Linie billig sein würde. Allerdings sind dadurch Ersparnisse gemacht worden, dass von der türkischen Regierung 5000 Soldaten für die Ausführung der Vorarbeiten zur Verfügung gestellt waren. Wirtschaftlich günstig für die Aussichten der Eisenbahn ist das Vorhandensein von grossen Phosphatlagern im Gebiet von Es-Salt im Ost-Jordanland, die einer englischen Gesellschaft gehören. Die Erzeugnisse dieses Bergbaues werden neben Getreide und Ladungen von Petroleum, Asphalt und ähnlichen Stoffen dieser Bahnstrecke einen ganz ansehnlichen Güterverkehr zuführen. Insgesamt würde die arabische Eisenbahn, die .gewöhnlich wegen ihrer Bedeutung für die mohammedanischen Pilgerfahrten als Hedschas-Eisenbahn bezeichnet wird, bis Mekka hin eine Länge von 1700 km erreichen. Absatz von Eisenwaren in Palästina. Dem in Bunzlau herausgegebenen „Eisenhändler" vom 23 Juni 1905 entnehmen wir folgende recht ausführliche Angaben über den Handel mit Eisenwaren in den jüdischen Kolonien. Es ist allerdings hierzu zu bemerken, dass die Verhältnisse leider für uns überschätzt sind. „Man schreibt uns aus Haifa (Palästina): Sehr eigentümliche Verhältnisse herrschen in der Beschickung der jüdischen Kolonien Palästinas. Die jüdischen Kolonien, die sich ständig vermehren, sind rein jüdische Orte, teils Dörfer, teils kleinere Landstädtchen darstellend, die, auf landwirtschaftlicher Basis ruhend, in Verbindung mit der zionistischen Bewegung entstanden sind. Weltbekannt ist der jüdische Weinort Rischon bei Jaffa, am angesehensten ist die Kolonie Zammarin1), zwischen Jaffa und Haifa gelegen, und am grössten ist Safed in Galiläa, eine Stadt von 25 000 Einwohnern, unter denen sich ausser Juden doch auch ein Bruchteil mohammedanischer und christlicher Araber befinden. Ausserdem gibt es noch •eine grosse Anzahl mehr oder weniger grosser, rein jüdischer Dörfer. All diese jüdischen Kolonien beziehen ihre Importwaren selbständig und direkt neuerdings mehr und mehr aus Europa, während noch vor einigen Jahren die jüdischen Kaufleute in diesen Orten ihre Waren fast durchweg aus dem nahen Beirut bezogen. Aus dem Gesagten geht bereits hervor, dass der Bedarf dieser wohlhabenden Kolonien in Eisenwaren aller Art, sowie auch in Roheisen ein sehr bedeutender ist. Vor allem sind landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, genau wie sie in Europa gebraucht werden, ein ständiger und gut gehender Bedarfsartikel. Daneben kommt Handwerkszeug aller Art und Kleineisenwaren aller Art am meisten in Betracht, da in allen diesen Orten mehr oder weniger auch jüdische Handwerker aller Branchen ansässig sind. Besonders blüht und wird eifrig gepflegt das Schmiedegewerbe und das Schreiner-Handwerk. Viele Bedarfsartikel, wie 1) Die Kolonie Zichron-Jacob ist im Lande unter dem Namen Zammarin allgemein bekannt. D. Red.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.