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Altneuland · 1905-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1905) · p. Seite 198

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1905)
Article
Die Nachbarländer
Date
1905-06-01
Page
Seite 198 (sequence 15)
Language
German
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— 198 — besondere Massnahmen zu treffen sind, für die auf dem von uns umschriebenen Gebiete sich keine Möglichkeiten ergeben, so müssen wir vom Standpunkt der Konzentration der Juden im Orient es immer noch lieber sehen, wenn diese Massnahmen zu einer Ansiedelung in noch so entfernten Teilen des Orients führen, als irgendwo sonst in der Welt. Denn selbst die Zerstreuimg im Länderkreise der Türkei muss uns lieber sein als die bisherige Zerstreuung über die ganze bewohnte Erde. So ist beispielsweise die anabolische Kolonisation, die sich vor fünf bis sechs Jahren von selbst — d. h. nicht dirigiert von irgend welchen äusseren planvollen Erwägungen — aus der Lage der Juden in Rumänien ergeben hat, sicherlich nicht das Beste gewesen, was da hätte geschehen können — aber es war geschehen, und um bessere Wege hatte sich niemand gekümmert. So mussten denn die Freunde der jüdischen Kolonisation im Orient sich mit dieser Lösung zufrieden geben und zu einem Gelingen dieser Ansiedelung helfen, soweit sie konnten. Und sollte in kürzerer Zeit beispielsweise die Erschliessung der Petroleumfelder des Tigrisgebiets Gelegenheit für die Ansiedelung und Beschäftigung erheblich grösserer Menschenmassen in diesem Distrikt ermöglichen, als es unter den obwaltenden Umständen im engeren Umkreise Palästinas sich durchführen liesse, so wäre es jedenfalls falsch, solche unter Umständen sehr grossen Chancen aus einem Prinzip heraus zu vernachlässigen, während gleichzeitig die Existenzmöglich' keit, die sich dort für viele Tausende ergeben kann, von vielen Hunderttausenden als eine Rettung betrachtet würdet Der jüdische Kolonialpolitiker wird also bei aller Festigkeit des Tlanes auch für die ausserhalb des engeren Rahmens liegenden Möglichkeiten die Augen offen halten müssen, und er wird weder die Lage in Osteuropa nocj^. diejenigen Gelegenheiten ausser Acht lassen dürfen, die da helfen können, auf die Erreichung seiner Pläne im Orient hinzielende Verbesserungen der Position herbeizuführen — und vor allem wird er stets nach dem engeren planmässigen Ziele die allgemeine Verschiebung des Schwergewichts der jüdischen Massen nach dem Orient (selbst im weitesten Sinne) als einen Gewinn betrachten müssen. Es wird sich nun darum handeln, diese jüdische Kolonialpolitik systematisch auszubauen. Kenntnis der realen Verhält-

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