Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- Die Nachbarländer
- Date
- 1905-06-01
- Page
- Seite 194 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2266000-2266015-2266022-2267482--1160-2267550- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 194 — Diese Gebiete brauchen nun nicht alle in ihrem ganzen Umfange und entsprechend ihren zufälligen Verwaltungsgrenzen für unseren Zweck in Betracht gezogen zu werden,, sondern es werden sich auch innerhalb einiger derselben gewisse Beschränkungen auf bestimmte Teile und Bevorzugung bestimmter Gegenden ergeben. So brauchen wir nicht die ganze ägyptische Sinaiprovinz in Betracht zu ziehen, sondern können den ziemlich belanglosen südlichen Teil und das Innere sehr wohl aus. unserer Tätigkeitszone ausschalten. Und wenn wir uns auch nicht auf das strikt palästinensische Gebiet innerhalb der Nachal-Mizrajim-Grenze und etwa auf die pelusinische Ebene beschränken wollen, so können wir doch die Möglichkeiten dieser Provinz von der doppelten Grösse Palästinas, nahezu erschöpfen, wenn wir uns auf den schmalen Ostrand des Suezkanals und einen nördlichen Küstenstreifen von durchschnittlich etwa 25 km Breite beschränken, dem im Osten eine an Palästina südlich angrenzende „Interessensphäre" anzugliedern wäre, die das alte Peträa und den nordarabischen Küstenstreifen Midian am Golf von Akaba umfassen würde. (Letztere beiden Gebiete sind türkisch.) — Wertvoll wäre hier im Osten der Sinai-Provinz der Lauf des Wadi El Arisch. So wie von diesem südwestlichen Nachbarlande Palästinas, El Arisch, der schmale Küstenstreifen am Mittelländischen Meere weitaus der wichtigste Teil ist, so dass wir uns sehr wohl auf viele Jahre hinaus der Hauptsache auf ihn beschränken könnten, so braucht auch bezüglich der Insel Cypern nicht gleich an eine Besiedelung des ganzen Landes gedacht zu werden, sondern wir werden für sehr viele Jahre praktischer vorgehen, wenn wir uns auf die östliche Hälfte (und zwar mit der Bai von Famagusta als Ausgangspunkt) beschränken. Der östliche Teil der Insel Cypern und besonders der Distrikt von Famagusta bietet jüdischer Kolonisation Chancen wie wohl kein anderes Gebiet im ganzen Orient. Es ist gleichzeitig der fruchtbarste und der bisher vernachlässigteste Teil des Landes. Dort sind neuerdings die Wasserwerke, Hafen- und Eisenbahnbauten der Engländer angelegt worden, und dort wäre auch England unsere Kolonisationstätigkeit am angenehmsten. Von Syrien wird uns ausser Palästina in absehbarer Zeit ein Küstenstreifen von ca. 100 km Breite zu interessieren brauchen, der durch Zugänglichkeit und einen gewissen Kultur-