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Altneuland · 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. Seite 160

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 5 (Mai 1905)
Article
Yemen
Date
1905-05-01
Page
Seite 160 (sequence 2)
Language
German
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— 160 — schätzen so überaus reichen Länder. In seinen Hafenstädten Mocca, Hodeida und Lohaja finden sich die Waren Indiens, Persiens, Afrikas. Sie gemessen auch manche Vorteile von dem sehr starken Dampferverkehr im Roten Meere. Die Ursache der gegenwärtigen Erhebung gegen die Türken ist nicht ganz klar. Ueberraschen konnte sie keineswegs, denn Yemen hat sich stets von neuem gegen die Ausübung türkischer Herrscherrechte auf seinem Boden gewehrt. Es besteht ohne Zweifel eine starke nationale Antipathie — der Araber hat sich nie willig dem Szepter des Tataren unterworfen —f die ganze Geschichte des Islam und vor allem jene Arabiens bezeugt dies zur Genüge. Auch religiöse Gegensätze mögen mitwirken. Die Erbitterung zwischen Sunniten und Schiiten ist ja noch immer gross. Aber in Yemen dürfte dieser Gegensatz doch nicht entscheidend sein, sind ja doch beide Richtungen hier stark vertreten, und hat sogar der Seidismus, die konzilianteste Ansicht über die betreffenden Streitfragen, hier viele Anhänger. Der Hauptgrund der Ereignisse in Yemen, die in den letzten Wochen den Anlass zu Hiobsbotschaften an die Hohe Pforte gaben, wird wohl internationaler Natur sein. Heute mag man sich hierüber kaum noch äussern — die nächste Zeit kann aber schon genügende Aufklärung bringen. Deutsches Evangelisches Institut für Altertumswissenschaft. Der „Neuen Preuss. (Kreuz-) Zeitung** entnehmen wir folgende Angaben über die Tätigkeit dieses etwa vor 1 Jahre gegründeten Instituts. Das Deutsche- Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des heiligen Landes zu Jerusalem hat seinen diesjährigen Kursus begonnen. Es sind zu ihm die Pierren Oberpfarrer Zickermann aus Breslau, Divisionspfarrer Fenner aus Halberstadt^ Stadtpfarrer Lic. Volz aus Leonberg in Württemberg, Pfarrer Eckhardt aus Windisch-Leuba in Sachsen-Altenburg, Gefängnisgeistlicher Dr. Schwöbel aus Mannheim und Rektor Eberhardt aus Zarrentin in Mecklenburg-Schwerin von den betreffenden Landeskirchen entsandt worden. In den allwöchentlichen öffentlichen Vorlesungen behandelt der Direktor, Professor D. Dr. Dalman, die Heiligtümer von Petra, der Mitarbeiter Piofessor Riedel, das Leben und Wirken des Hieronymus in Palästina, Dr. Schwöbel, die Wüste Juda, geographisch und geschichtlich, und Lic. Volz das Jerusalem der Kreuzfahrerzeit. In den Vorlesungen für die Stipendiaten werden die historisch wichtigen Punkte der Umgebung Jerusalems, die Geschichte des Tempelberges und das moderne Arabisch behandelt. Allwöchentliche Tagestouren lehren Jerusalem und seine nähere Umgebung durch Augenschein kennen. Die grosse Orientierungsreise am Schlussedes Kursus wird über Jericho nach dem Ostjordanlande geheu, wo der schönste Aussichtspunkt Palästinas, der Dschebel Oscha in der Nähe der Stadt Salt, besucht, werden soll; dann wendet sich die Route nordwärts zum See Genezareth und Hermon, und die Rückreise wird über Nazareth und Samarien gehen. Die Bibliothek des Instituts hat dadurch eine schöne Bereicherung erfahren, dass ihr die von Friedrich Wilhelm IV. gestiftete und früher im Konsulate zu Jerusalem aufbewahrte Palästinabibliothek überwiesen worden ist. Das Museum des Institutes, das besonders auch ethnographisch interessante Gegenstände aus dem jetzigen heiligen Lande sammelt, erfährt ebenfalls dauernd Bereicherungen». Verantwortlich für den redaktionellen Teil von „Altneuland" Dr. S. Soskin, Berlin. Druck von Pass & Garleb G.m.b.H., Berlin W. 35, Steglitzerstr.il. .

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