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Altneuland · 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. Seite 158

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 5 (Mai 1905)
Article
Fruchternte Kaliforniens 1904 [Nachricht]
Date
1905-05-01
Page
Seite 158 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 158 — Die Weintraubenernte wird für 1904 auf 75 000 000 Pfund geschätzt gegen 120 000 000 Pfund 1903 und 108 750 000 Pfund 1902. Die Pflaumenernte betrug etwa 97 000 000 Pfund gegen 165 000 000 Pfund in den Jahren 1903 und 1902. Die Zahl der mit kandierten Früchten gefüllten Kisten stieg auf 2 800 000 gegen 2 730 000 bezw. 2 252 000 in den Jahren 1903 und 1902. Konservierte Aale aus Aegypten. Eine Hamburger Fischfirma hat einen erfahrenen deutschen Aalflscher nach dem Nillande gesandt, damit er die dortigen Fischer in die Geheimnisse des Aalfanges einweihe. Nahe der Eisenbahnstation Matarieh—Mensaiah ist ein grosses Depot errichtet, wo die von den Fischern herbeigebrachten, im Lande selbst bisher gar nicht geschätzten Aale abgenommen und fürden Export konserviert werden. Das Tausend dieser Tiere wird an Ort und Stelle nur mit 3—4 £, d. h. mit ■6—8 Pf. pro Stück bezahlt. Die Zubereitung der Versandaale solle folgende ■sein: Nachdem die Aale aufgeschlitzt sind, werden sie innen mit Salz eingerieben, alsdann packt man sie vermittels abwechselnder Eislagen und unter Beifügung von Formalin (?) in Fässer. Diese werden vmit der Bahn nach Alexandrien geschickt, wo man sie in einer zu dem Behuf gemieteten grossen Eiskelleranlage aufspeichert. Die Aale werden hier nochmals mit frischer Eispackung versehen und sind dann versandfähig. Die erste Sendung im Gewichte von acht Tonnen hatte 25 000 Stück und ist vor einigen Wochen mit dem Oesterreichischen Lloyd über Tri est nach Hamburg abgegangen. Das soll indes nur ein kleiner Anfaug sein. Wenn die Mensalehfischer sich dem neuen für sie sehr lukrativen Fanggewerbe erst in grösserer Zahl zugewandt haben werden, sollen Verschiffungen von wöchentlich 50—60 Tonnen (150 000—170 000 Stück) in Aussicht stehen. Der See Bardawil an der Nordküste der Sinai-Halbinsel zeichnet sich durch «einen Fischreichtum aus und käme für die Lieferung von Fischen zu Konserven in Betracht. Noch bedeutender ist der Reichtum an Fischen im Tiberiassee. Eisindustrie in Jerusalem. Seit drei Jahren besteht in Jerusalem eine Eisfabrik von freilich recht bescheidenem Umfang. Ein kleiner Petroleummotor von drei Pferdestärken liefert die Betriebs kraft, und der tägliche Ertrag der Anlage beläuft sich vorläufig auf 300 kg, die zum Preise von etwa 30 Pf. für das Kilogramm verkauft werden. Bis zur Errichtung dieser kleinen Fabrik hat kein Bewohner von Jerusalem jemals Eis gebraucht, und von den Eingeborenen hatten es sicher auch wenige je zuvor gesehen. In einer anderen Stadt Palästinas, in Jaffa, wird freilich schon seit 1890 Eis fabriziert, anfänglich mit erheblichen Schwierigkeiten, weil die Bewohner sich an die Benutzung dieses uns so unentbehrlich scheinenden Stoffes nicht recht gewöhnen wollten; heute jedoch findet das künstliche Eis auch in Jaffa einen sicheren Absatz. Die ersten Abnehmer waren die Krankenhäuser, dann kamen die Hotels und die Fremden, endlich aber auch die Eingeborenen. In Jerusalem wird zur Eisbereitung Zisternenwasser von grosser Reinheit benutzt, in Jaffa aber Brunnenwasser von oft verdächtiger Beschaffenheit. Zuweilen ist das künstliche Eis, das dort verkauft wird, fast schwärzlich und hinterlässt, nachdem es geschmolzen ist, einen beträchtlichen Rückstand. Man scheint in Jaffa -die künstliche Eisbereitung eben früher gelernt zu haben, als die Kunst des Filtrierens.

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