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Altneuland · 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. Seite 156

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 5 (Mai 1905)
Article
Die Vernichtung von Ratten [Nachricht]
Date
1905-05-01
Page
Seite 156 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 156 — besteht in dem Ausstreuen von Blättern der Raute an den hauptsächlichsten Herden der verwüsteten Felder. Die Nager sollen danach sofort verschwinden und zeigen sich viele Jahre hindurch nicht mehr. Der Vorsitzende konstatierte das Vorhandensein der Pflanze im Lande, wo sie speziell in den Gärten, die den Eingeborenen gehören, stark verbreitet ist, bezweifelt aber, ob ihre Wirksamkeit von grosser Dauer sei. Die Raute ist eine Pflanze, die auch in Palästina stark verbreitet ist, in erster Reihe auf den Felsenhügeln. Man findet zwar nicht die Ruta graveolens L„ die nur selten in den Gärten angetroffen wird, wohl aber die Ruta Halepensis, die demselben Zweck dienen könnte. Für diejenigen Leser in Palästina, die diese Pflanze nicht kennen, geben wir hier ihre verschiedenen arabischen Namen an: IJarmal, Sasäb, Faidschan. Die Araber kennen die verschiedenen Arten der Pflanze ausgezeichnet und schreiben ihnen zahlreiche Eigenschaften zu: der Saft der Ruta Tuberculata Forsk. wird als Haarmittel verwendet, um den Kopfhaar- und Bartwuchs zu befördern, Ruta Halepensis als Abortivmittel etc. Wir können mitteilen, dass man jetzt Versuche über die Wirksamkeit der Pflanze gegen die Feldratten in Hedera anstellt, wo die von ihnen verursachten Schäden sehr bedeutend sind. Wir werden unsere Leser über die Ergebnisse dieser Versuche auf dem laufenden halten. Genossenschaftlicher Ankauf und Gebrauch von landwirtschaftlichen Maschinen. In der Sitzung vom 21. Dezember 1904 der „Societe nationale de l'Agriculture de France" behandelte ein Mitglied der Gesellschaft einen Gegenstand, dessen Wichtigkeit für unsere Kolonisten sehr naheliegend ist. Wir sind imstande, darüber wie folgt zu berichten (s. No. 52. 1904 des „Journal dAgricnlture pratiqueu): Im genossenschaftlichen Ankauf und Verwendung von landwirtschaftlichen Instrumenten erwarb die Kommune von Thorigny (Seine et Marne) folgende Erfahrung: Im Juli 1904 vereinigten sich 14 Bauern der Gemeinde, von denen jeder durchschnittlich 10 ha Boden bearbeitete, zu einem Syndikat, welches den Zweck hatte, landwirtschaftliche Maschinen zu erwerben und zu verwenden. Die 140 ha des Syndikats wurden in folgender Weise bestellt: 35 ha mit Weizen, 35 mit Hafer, 35 mit Rüben, Kartoffeln, Futtergräsern, 4,5 ha Weinberge etc. Die Genossenschafter besitzen 38 Pferde, 40 Kühe, 250 Schafe. Der jährliche Beitrag ist 6 Frcs. Ausserdem mussten sie, um die Kasse des „Credit mutuel" von Meaux benutzen zu können, je einen Ad teil von 25 Frcs. dieser Kasse unterzeichnen. Die erste Operation der Gesellschaft bestand im Ankauf einer Bindemähmaschine zum Preise von 900 Frcs. Mit dieser Maschine konnten im ersten Jahre 38 ha gemäht werden bei einer Ausgabe von 253 Frcs. für Bindfaden. Die Spanntiere wurden von den Bauern der Reihe Dach geliefert, so dass ihre Pferde, statt wie früher, als die Ernte noch mit der Hand ausgeführt wurde, im Stalle zu verbleiben, jetzt hierbei beschäftigt werden konnten. Das Getreide wurde nach Abteilen, je nach der Reife, geerntet, so dass es möglich war, für alle gleichzeitig zu mähen, statt für jeden einzelnen, wie es bei der Entscheidung durch das Los der Fall wäre. Um die Garben einzufahren, lieferten die Bauern ihre Gespanne und halfen sich gegenseitig. Man vermied auf diese Weise die Verwendung von teuerbezahlten Arbeitern.

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