Mannheim
Compact Memory

Altneuland · 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. Seite 155

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 5 (Mai 1905)
Article
Die Überflüssigkeit des Pflügens der Weinberge
Date
1905-05-01
Page
Seite 155 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2266000-2266015-2266021-2267387--1094-2267453
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 155 — Eine Schicht von etwa 10 cm Schlacke muss einen sehr bedeutenden Schutz o-egen die Verdunstung abgeben. Es entstand aber die Frage, welche Resultate wird die Unterlassung des Pfliigens in einem südlicheren Klima haben und dort, wo es schwierig ist, eine genügende Menge von Schlacke zu beschaffen. Wir geben, im nachfolgenden die Ergebnisse der Versuche, die von Ravaz, Professor an der Ecole nationale von Montpellier angestellt wurden. 1903 1904 Die mit einem scharfen Rechen behandelte Parzelle 16 430 kg 16 095 kg Die gepflügte Parzelle......... 14 292 „ 13 640 „ An Stelle von Schlacke diente bei der ersten Parzelle die Bearbeitung mit einem scharfen Rechen zur Bekämpfung der Unkräuter. Das Jahr 1904 war trocken, und die Superiorität der nicht gepflügten Parzelle erhielt sich aufrecht. Die Feuchtigkeitsmessung in verschiedenen Tiefen, die im August 1904 ausgeführt wurde, hat ebenfalls gerade umgekehrte Ziffern für beide Parzellen ergeben, als nach der allgemeinen Ansicht zu erwarten stand. Also auch unter dem Klima von Montpellier scheint noch die Unterdrückung der Pflugarbeiten von Nutzen zu sein. Nun kommen Ergebnisse von Versuchen, die in Algier angestellt wurden. Auf einer Parzelle wurden 200 Stöcke (6jährig) 10—15 cm tief gepflügt, und 200 Stöcke wurden nur oberflächlich auf 4 cm gerecht. Derjenige Teil, der tief bearbeitet wurde, gab 403 kg Trauben und der nur oberflächlich behandelte 455 kg. Also auch unter der sengenden Sonne von Algier und unter der Wirkung des Sirocco kann der Wein bei voller Weglassung der Pflugarbeit normal wachsen. Das kann allerdings sehr überraschen. Wie kann man sich dieses Ergebnis erklären? Die plausibelste Antwort scheint uns die folgende zu sein: Durch allzu tiefe Bearbeitung werden vielleicht zu viele Wurzeln beschädigt, wodurch die Lebenskraft der Pflanze benachteiligt wird. Um auch diesem Einwände zu begegnen, müssten die Versuche auch an Weinbergen angestellt werden, die in wenig tiefem Boden oder nur flach gepflanzt sind. Wir halten es für sehr nützlich, die Aufmerksamkeit in unseren Kolonien auf die Ergebnisse dieser Versuche zu lenken. Es wäre ja unbedingt ausserordentlich leichtsinnig, sofort ohne vorhergehendeVersuche und ohne reifliche Prüfung der Ergebnisse derselben den neuen Weg einzuschlagen. Aber die Versuche müssen unternommen werden und möglichst zahlreich, systematisch und abschliessend sein. Wenn die Vorzüge der Unterdrückung der Pflugarbeit auch für Palästina sich bestätigen sollten, so würde dieser Umstand von grosser Bedeutung sein: Ersparnis der Unkosten für Pflügen, Hauen, Vermeidung auf diese Weise von fremder Handarbeit usw. Aber wir wiederholen noch einmal, dass man hierbei sehr vorsichtig vorgehen muss. Die Vernichtung von Ratten. Im Anschluss an unsere Mitteilungen in der vorigen Nummer teilt uns ein Mitarbeiter aus Palästina folgendes über diesen wichtigen Gegenstand mit. In der letzten Sitzung der „Chambre d'agriculture de Tunis" hat der Präsident eine Mitteilung über ein neues Mittel zur Vertilgung von Ratten gemacht, welche die Kulturen der Regentschaft ausserordentlich gefährdeten. Das Mittel

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.