Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1905)
- Article
- [Rezension] / Soskin
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 154 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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— 154 — Dr. Max Blanckenhorn: Ueber die Geologie der näheren Umgebung von Jerusalem. Soaderabdruck aus dem Februar-Protokoll der Deutschen Geologischen Gesellschaft, Bd. 57, Jahrg. 1905. 8°. 8 Seiten. Dr. Blanckenhorn, dessen zahlreiche Artikel über die Geologie Palästinas¬ und Syriens (auch in der vorliegenden Nummer) und die meteorologischen Mitteilungen unseren Lesern gut bekannt sind, liefert hier einen kurzen Ueberblick der Ergebnisse seiner neuesten Forschungen über die Geologie Jerusalems. Ausführlich wird der Gegenstand von ihm in der ZDPV behandelt. Es ist wohl der bedeutendste Beitrag zur geologischen Kenntnis der näheren Umgebung von Jerusalem, der bis jetzt geliefert wurde. Soskin. VERMISCHTES. Die Ueberflüssigkeit des Pflügens der Weinberge. Die in vielen Beziehungen sehr wichtige Frage des Pflügens der Weinberge wird in der landwirtschaftlichen Presse schon seit mehreren Jahren diskutiert. Eine mehr als 100jährige Praxis lehrt uns, dass die reichsten Ernten stets dort erhalten werden, wo bei sonst gleichen Bedingungen die Weinberge am besten gepflügt werden. Diese Ergebnisse werden uns durch die Lüftung des Bodens, durch die Nitrifikation etc. erklärt. Andererseits sind die Weinberge, die schlecht oder gar nicht gepflügt werden, schwach, leiden viel unter der Trockenheit etc. Ein alter Spruch der französischen Bauern sagt ja: Die Hackaibeit ist einer halben Bewässerung gleich. Nun aber scheint es jetzt, dass systematisch durchgeführte Versuche diese 100jährige Praxis umzustossen drohen. Ein elsässischer Weinbauer aus der Umgebung von Kolmar erhielt auf einer Fläche von 20 Ar und mehr als 40 Jahre hindurch höhere Erträge als seine Nachbarn ausschliesslich dadurch, dass er den Boden sorgfältig von Unkraut reinigte und absichtlich Pflug- und Hackarbeit vermied. Daraufhin unternahm ein anderer elsässischer Weinbauer systematische Versuche. Um die mit der Vernichtung der Unkräuter verbundenen Kosten herabzusetzen, verwandte er Schlacke (machefer), welche ebenso wirkt. Der Versuch wurde auf zwei Parzellen mit je 240 Rebstöcken unternommen. Die eine Parzelle wurde mit Schlacke überstreut, die andere erhielt die gewöhnliche Pflege: sie wurde gepflügt, behackt usw. Seit 1900 war der Vorzug der ersteren Parzelle zweifellos. Die Vegetation der Stöcke zeigte sich immer viel intensiver, die Trauben gewährten einen schöneren und gesunderen Anblick. Die gesondert geernteten Trauben der zwei Parzellen zeigten einen ziemlich gleichen Gehalt an Zucker und Säure. Allerdings mit einem kleinen Plus zugunsten der mit Schlacke behandelten Parzelle. Die Differenz aber in Menge war enorm. Per Hektar berechnet, gibt Oberlin, der Versuchsansteller, folgende Zahlen an: Ueberdeckter Boden. . 7733 kg Trauben 58,00 hl Most ä 30 M. 1740 M. Nackter Boden . . . 3667 „ „ 27,50 „ „ ä 30 „ 850 „ Differenz zugunsten der bedeckten Parzelle 890 M. Dazu müssen noch die verminderten Bearbeitungskosten in der Höhe von 150 Mk. per ha hinzugerechnet werden.