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Altneuland · 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. Seite 150

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 5 (Mai 1905)
Article
Die Orientbank in Ägypten [Nachricht]
Date
1905-05-01
Page
Seite 150 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 150 — Gummi, Häute, Sennesblätter, Straussenfedern und Elfenbein ist der Markt in Kairo, ebenso für einige ägyptische Ausfuhrartikel, wie Eier, die erst in neuerer Zeit in Aufnahme gekommen sind; dagegen werden Baumwolle, Baumwollsaat, Zucker, Zwiebeln, Linsen, Bohnen und sonstige Feldfrüchte ausschliesslich in Alexandrien gehandelt. Dort ist die Warenbörse, dort kontrolliert die General Produce Association die Ankünfte, Verschiffungen und Marktpreise, dort haben die grossen Ausfuhrfirmen und die verschiedenen fremden Handelskammern ihren Sitz. Die Einfuhrfirmen dagegen haben grösstenteils Niederlassungen in Alexandrien und in Kairo, weil von der Hauptstadt aus doch der grösste Teil des Landes, nämlich etwa 60°/0 der Gesamtbevölkerung, mit Waren versorgt wird, während Alexandrien zwei Drittel von Unter-Aegypten, also etwa 4 Millionen Einwohner, mit Einfuhrgütern bedient. Neue türkische Anleihen. Der „Frkf. Ztg." wird aus Konstantinopel gemeldet: Nach 2 1/2moriatliclier Dauer sind die Verhandlungen wegen der neuen türkischen Anleihe nunmehr an einem festen Punkt angelangt, der einen endgültigen Abschluss unmittelbar bevorstehend erscheinen lässt. Die Pforte wird die Anleihe mit dem französischen Syndikat abschliessen. Sie ist mit 6 Millionen Pfund nominal festgesetzt. Der Uebernahmekurs wird mit S01/2°/o angegeben. Hierzu schreibt noch die „Vossische Zeitung" : Die französische Gesellschaft der Eisenbahn von Damaskus nach M'zerib fand, dass die im Bau befindliche Hedschasbahn mit ihr in Wettbewerb treten würde, und sie verlangte Entschädigung finden ihr voraussichtlich entgehenden Gewinn. Die Pforte machte sich erbötig, die französische Damaskusbahn zu kaufen. Die Gesellschaft verlangte als Kaufpreis 8 Millionen Fr. .Die Pforte bot 61/2. Der französische Botschafter Constans setzte es durch, dass sie ihr Angebot um eine Viertelmillion, auf 63/4 Millionen, erhöhte und ausserdem die Verlängerung der französischen Eisenbahn von Beirut nach Hamä bis nach Aleppo gestattete. Er bestimmte ausserdem die türkische Regierung, alle Ansprüche der französischen Gesellschaft für die Quais von Konstantinopel zu befriedigen und ein Drittel des Betrages der neuen Anleihe zu Bestellungen in französischen Waffenfabriken zu verwenden. Am meisten tut Constans sich auf die Erwirkung der Erlaubnis zum Bau der Linie Hamä— Aleppo zugute, denn er will in dieser Angelegenheit Deutschland zum Gegner gehabt haben. Die deutsche Gesellschaft für die kleinasiatischen und mesopotamischen Bahnlinien hätte nämlich entdeckt, dass die ECamä—Aleppo-Bahn der deutschen Bagdadbahn starken Abbruch tun würde, und sie hätte den deutschen Botschafter in Bewegung gesetzt, um die Erteilung der Bauerlaubnis an die französische Gesellschaft zu verhindern. Gleichwohl wäre es ihm gelungen, den deutschen Einfluss zu überwinden und der widerstrebenden Pforte die Bauerlaubnis zugunsten der französischen Gesellschaft zu entreissen. Dass es den Bemühungen Constans gelungen ist, seine Wünsche durchzusetzen, beweist die nachfolgende Meldung aus Konstantinopel: Ein Irade des Sultans betreffend die französischen Forderungen ist erlassen worden. Es gesteht 150 000 £ türk. Entschädigung für die Eisenbahn Damaskus—M'zerib zu, bewilligt den Bau der Bahn IJamä—Aleppo mit 13 500 Fr. Kilometergarantie und ordnet die Zahlung einer fälligen Schuld von 50 000 £ türk. an die Quaigesellschaft an. Ausserdem gelang der Türkei eine weitere Anleihe, bei der Deutschen Bank. Hierüber wird gemeldet: Der Vertrag der türkischen Re-

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