Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1905)
- Article
- Die Verkehrswege Palästinas [Nachricht]
- Date
- 1905-05-01
- Page
- Seite 146 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
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— 146 — sache dieses beklagenswerten Zustandes ist der Umstand, dass die Beschotterungder Linie, namentlich auf sumpfigem Terrain (Kischon- und Jesreel-Ebene), eine zu mangelhafte ist. Es gibt daher auch auf dieser Strasse immer kürzere und längere Strecken, welche zu lauten Klagen Anlass geben, und diese Klagen dürfen nie verstummen, denn sonst würde ja die Strasse als fertig erscheinen, und — was gewissen Kreisen das Interessanteste ist — man müsste auch die Erhebung des Strassenzolles, welcher von der Passage der Vierfüssler, als: Kamele, Pferde, Esel, Schafe, Ziegen, Rinder usw. abverlangt wird, einstellen, und das darf nicht sein. Also die Strasse Haifa—Nazareth—Tiberias darf nie fertig werden. Den gleichen Satz dürfen wir auch auf die Hedschas-Bahn beziehen. Auch diese darf nie fertig werden. Diese Bahn hat ja den Vorzug, welchen keine andere haben wird, nämlich den, dass die angelegten Kapitalien sich nicht zu verzinsen brauchen. Sie sind fonds perdus. Die ersten derselben flössen aus den Taschen der gläubigen Muhammedaner in aller Herren Länder. Die weiteren und laufenden entstammen einer im ganzen türkischen Reiche neu eingeführten Stempelsteuer, welche in so ausgedehnter Weise erhoben wird, dass, wie verlautet, nur der vierte Teil derselben zu dem gedachten Zweck verwendet wird. Dürfte der übrige und grössere Teil derselben vielleicht zu der bekannten Kilometer- Garantie irgend einer andern geplanten Bahnstrecke seine Verwendung finden? Kurz, die türkische Regierung versteht es meisterhaft, durch die Kunst des Markenklebens wieder Hilfsmittel zu gewinnen. Unter anderen nur ein Beispiel! Jedes, das türkische Zollmagazin passierende Postpaket von 5 kg bedarf, um erhältlich zu werden, sieben verschiedener Stempel, welche zusammen etwa 65 Pfg. kosten, also ohne den Zoll selbst. Wird unter solchen Umständen die Hedschas- Bahn fertig werden?" Wachsende Bedeutung des Hafens Lädikjje in Syrien. Der syrische Hafen Lädikije, mit etwa 25 000 Einwohnern, ist das Zentrum eines höchst fruchtbaren und fleissig benutzten Ackerbaugebietes, aber viel Land in der Umgegend der Stadt liegt noch brach. Tabak, Olivenöl, Baumwolle, Süssholz, Wolle, Felle, Schwämme, Honig, Seife und Getreide (Weizen, Gerste und Hirse) sind Ausfuhrwaren des Hafens, und der Handel ist in steter Zunahme begriffen. Die Gewinnung von Olivenöl ist in und um Lädikije in den letzten Jahren gestiegen und eine der Hauptindustrien Syriens geworden. Die Oliven werden noch mit Stöcken von den Bäumen geschlagen; die dabei entstehende Beschädigung der Zweige verursacht hauptsächlich in jedem zweiten Jahr einen ungünstigen Ernteausfall. Die Olrvenpflanzungen befinden sich namentlich in den ebenen Küstenstrichen zwischen Jaffa und Lädikije. Lädikije erzeugt eines der besten in Europa bekannten Olivenöle. Raffiniertes Oel wird von einer deutsch-amerikanischen Fabrik in Haifa ausgeführt, während Rohöl vielfach zum Reinigen und Klären ins Ausland geht. Hydraulische Oelpressen werden jetzt nach Lädikije eingeführt. Der Tabak von Lädikije ist ein wohlbekannter Handelsartikel. Seine schwarze Farbe erhält er durch Räucherung mit frischem Holz eines nur in den Nosairierbergen wachsenden Baumes (Elezzer oder Ezr). Die Räucherung verleiht dem Tabak seinen besonderen aromatischen Wohlgeschmack. Im letzten Jahre stellte sieht die Ernte von Lädikijetabak auf 6000 Ballen gegen 8000 Ballen im Vorjahre. Ein Ballen wiegt 87 bis 92 kg. Eine Durchschnittsernte dieser Tabaksorte hat einen Wert von ungefähr 350 000 $.