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Altneuland · 1905-04-01 · Heft 4 (April 1905) · p. Seite 120

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
2 (1905)
Issue
Heft 4 (April 1905)
Article
Wirtschaftliches aus Palästina [Nachricht]
Date
1905-04-01
Page
Seite 120 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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— 120 — Wirtschaftliches aus Palästina. Wir bringen hier einen etwas verspäteten Bericht über den Saatenstand, Ernte usw. des vergangenen Herbstes. Wir entnehmen den Bericht der „Deutschen Monatsschrift für Kolonialpolitik und Kolonisation." Zeitig hat sich der Herbstregen in diesem Jahre im Lande Kanaan eingestellt, so dass man annehmen kann, die reichlichen Wassermassen werden der Mäuseplage, die der Landwirtschaft im letzten Jahre einen nicht geringen Schaden zufügte, ein Ende machen. Die Saaten, die gleich anfangs November mit dem ersten Regen in den Boden kamen, sind schon teilweise aufgegangen und kleiden die Landschaft in ein prächtiges Grün. Auch die Zisternen, die zum giüssten Teile leer waren, haben mit einer frischen Füllung begonnen, die mit dem Spätregen hoffentlich einen befriedigenden Abschluss finden wird. — Aussergewohnlich ergiebig war die diesjährige Olivenernte, besonders was die Quantität anbetrifft, so dass sich manche Besitzer von Olivenhainen mit dem Gedanken tragen, im nächsten Jahre Maschinen aus Deutschland kommen zu lassen, um die Oelgewinnung, die bis jetzt noch in der althergebrachten piimitiven Weise vor sich geht, rationeller zu betreiben. — Ein Uebelstand, den die heftigen Regengüsse bisher stets im Gefolge hatten, scheint nunmehr beseitigt zu sein. Die Wege wurden nämlich gewöhnlich durch die Wassermassen deiart aufgeweicht oder streckenweise sogar zerstört, dass sie vielfach zu Verkehrshindernissen wurden. Nachdem man nun aber in den letzten Jahren mit der bisherigen Art und Weise gebrochen hat und das Wegebauen von modernen Gesichtspunkten aus betreibt, haben die Gewässer keinen nennenswerten Schaden mehr angerichtet. So befindet sich beispielsweise die 38 km lange Fahrstrasse von Haifa nach Nazareth dank der fachmännischen Herstellung auch jetzt nach den staiken Regengüssen in einem tadellosen Zustande. An der Verbesserung der Fortsetzung nach Tiberias wird ebenfalls fleissig gearbeitet. Vermessungen für eine Verbindungsstrasse von Nazareth nach der zwei Stunden entfernten Station El Füle der Galiläabahn haben in der letzten Zeit stattgefunden. Der regelmässige Verkehr auf der neuen Bahn ist nunmehr auf der 59 km langen Strecke Haifa—Besan aufgenommen worden. Vorläufig gehen wöchentlich zwei Personenzüge in jeder Richtung. So wird denn auch Palästina allmählich dem Verkehr erschlossen, allerdings entsprechend dem türkischen Sprichwort: Die Eile ist vom Teufel. Die Ergebnisse des türkischen Eisenbahnbetriebes 1903. Ueber die Ergebnisse des Eisenbahnbeiriebes in der Türkei im Jahre 1903 hat Alexander Rey, der Direktor der Eisenbahn Saloniki—Konstantinopel einen längeren Bericht veröffentlicht, dem die „Post" folgende Daten entnimmt: Die Gesamt-Biutto-Einnahmen der Eisenbahnen im türkischen Reich beliefen sich im Jahre 1903 auf 43 817 000 Frcs., um 789 000 Frcs. mehr als im Jahre 1902. Die Linien, welche zu diesem Mehrergebnisse beitrugen, sind: in Europa: die Gruppe der Orientbahnen und die Linien Saloniki—Konstantinopel und Saloniki—Monastir; in Asien: die Linien Cassaba—Aidin, Jaffa — Jerusalem, Mersina—Adana und Mudania—Brussa. Die Garantiesumme, welche der "Staat zu leisten hat, ist von 15 512 000 Frcs. im Jahre 1902 auf 18 164 000 Frcs. im Jahre 1903 gestiegen. Seit dem Jahie 1896 sind die Brutto-Einnahmen der türkischen Bahnen in stetem Steigen begriffen. 1896 betrugen sie noch 33 Millionen, 1900 waren sie auf 35 Millionen gestiegen und beliefen sich im Berichts-

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