Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 2 (1905)
- Issue
- Heft 3 (März 1905)
- Article
- Gesellschaft zur Förderung der deutschen Ansiedlungen in Palästina m.b.H. [Nachricht]
- Date
- 1905-03-01
- Page
- Seite 90 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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— 90 — Gesellschaft zur Förderung der deutschen Ansiedlungen in Palästina m. b. H. Unter diesem Namen bildeten die Templer, wie es unseren Lesern bekannt sein dürfte, eine Gesellschaft, die den Zweck verfolgt, die Templerkolonien zu fördern. Die Deutsche Kolonial-Gesellschaft beschloss einstimmig in ihrer Vorstandssitzung auf Antrag der Abteilung Stuttgart, die schwäbischen Templerkolonien inPalästina durch Uebernahme eines Stammanteils der Gesellschaft zur Förderung der deutschen Ansiedlungen in Palästina m. b. H. in Höhe von 10000 M. zu unterstützen. Die erst vor zwei Jahren gegründete Kolonie Wilhelma-Hamidie wird von dieser Gesellschaft in erster Linie gefördert. Die Orientbank. Am Anfang dieses Jahres trat eine neue Bank ins Leben, die unser Inter- .esse besonders beansprucht. Unter der Firma „Orientbank" ist durch die Banque Nationale de Grece in Athen und die Nationalbank für Deutschland eine Bank mit einem volleingezahlten Kapital von 10 Millionen Gold-Francs begründet worden. Die Bank wird ihren Zentralsitz in Athen haben und sofort Filialen in Konstantinopel, demnächst auch in Saloniki, Smyrna und Alexandrien errichten. Die weitere Ausdehnung des Filialnetzes in den verschiedenen Teilen des Orients ist beabsichtigt. Die Orientbank wird sich mit bankgeschäftlichen Transaktionen aller Art befassen und der Pflege der wirtschaftlichen and finanziellen Beziehungen des Orients mit dem Auslande besondere Aufmerksamkeit widmen. Den ersten Aufsichtsrat der Orientbank bilden die Herren: Baron Etienne v. Streit, Gouverneur der Banque Nationale de Grece, Vorsitzender; Geheimer Regierungsrat Richard Witting, Direktor der Nationalbank für Deutschland, stellvertretender Vorsitzender; Jean A. Valaoritis, Vize-Gouverneur der Banque Nationale de Grece; Sigmund Mosevius, stellvertretender Direktor der Nationalbank für Deutschland; Alexander Skouzes, Mitglied der griechischen Deputiertenkammer; Albert Hamburger, Kaiserlich deutscher Konsul und schweizerischer Generalkonsul in Patras. Dazu schreibt man der Wiener Deutschen Ztg. aus Konstantinopel: Die Nationalbank für Deutschland hat im Verein mit der Nationalbank für Griechenland eine Orientbank gegründet, die in Kamburg, Konstantinopel, Saloniki. Smyrna, Athen und Alexandrien Filialen haben wird. Sie ist in erster Reihe dazu bestimmt, die Handelsbeziehungen Deutschlands zur Levante zu fördern. Diese standen bisher in keinem rechten Verhältnis zur deutschen Wirtschaftsmacht, denn ein grosser Teil der deutschen Lieferungen sind Kanonen, Gewehre. Pulver und sonstiges Kriegsmaterial, dann Eisenbahnmaterialien für die deutschen Bahnlinien in der Türkei, dagegen ist der Absatz deutscher Kaufmanns guter verhältnismässig unbedeutend. Oesterreich liefert davon unvergleichlich mehr, dagegen setzt es wenig an Kriegs- und Eisenbahnmaterial hier ab. Durch die deutsche Levante-Linie hat sich der deutsche Handel mit der Levante zwar etwas gehoben, aber nichtsdestoweniger besteht ein guter Teil der Frachten dieser Gesellschaft aus österreichischen, belgischen und auch englischen, holländischen und französischen Gütern. Die deutsche Levante-Linie ist durch ihre Rührigkeit der gefährlichste Konkurrent für den Oesterreichischen Lloyd in den levantinischen Gewässern, der für neue Anregungen schwer zugänglich ist. Geheimrat Witting, der Direktor der Nationalbank für Deutschland, hatte den guten Einfall, sich mit den deutschen Levante-Linien behufs Gründung der