Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1904)
- Article
- Betriebsergebnisse der ottomanischen Eisenbahnen 1903 [Nachricht]
- Date
- 1904-12-01
- Page
- Seite 382 (sequence 2)
- Language
- German
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— 382 — Das Jahr 1903 war für die türkische Volkswirtschaft nicht günstig; in Kleinasien war die Ernte schwach, und in Rumelien verursachte das Bandenunwesen erhebliche Schäden, zu dessen Niederwerfung die Regierung eine starke Truppenmacht aufbieten rriusste. Die Unterhaltung derselben legte dem Staatsschatze schwere Opfer auf, wie auch die Mobilisierung so vieler Redifbataillone der Landwirtschaft viele Hände entzog. Die traurigen wirtschaftlichen Folgen der Bandenumtriebe, die sich in der Verwüstung von Feldern, Niederbrennung von Häusern, Vernichtung von Viehherden, Vernachlässigung der Kulturen usw. äusserten, wurden durch eine glänzende Ernte einigermassen wieder wettgemacht. Trotz dieser unbefriedigenden wirtschaftlichen Lage klagt eigentlich nur die Anatolische Eisenbahn über geringere Einnahmen. Die orientalischen Eisenbahnen haben eine Mehreinnahme von 1,7 Mill. Francs zu verzeichnen, welche der guten Ernte und den grossen Militärtransporten zuzuschreiben ist. Die Einnahmen aus den letzteren bilden zwar eine Aktivpost in den Büchern der Gesellschaft, dagegen eine starke Passivpost in der türkischen Volkswirtschaft, denn für diese waren es unproduktive Ausgaben. Auch die Eisenbahnen im westlichen Rumelien, mit Ausnahme der Saloniker Linie der orientalischen Eisenbahnen, weisen Zunahmen in ihren Einnahmen auf, und zwar die Jonction Salonique-Constantinople-Bahn von 0,26 Mill. Francs und die Salonik-Monastir-Bahn von 0,25 Mill. Francs. Infolgedessen verminderte sich die Staatssubvention bei der ersteren Gesellschaft von 6 056 276 Frcs. im Jahre 1902 auf 5 795 968 im Jahre 1903 bei der letzteren von 1 543 340 Frcs. auf 1 270 875. Die Salonik-Monastir-Bahn beförderte im Jahre 1903: 62 295 Personen, darunter allein 54 256 Soldaten und Offiziere. Die Anatolische Eisenbahn hatte, wie bereits erwähnt, unter der mittleren Ernte des vergangenen Jahres zu leiden, so dass der Staat einen stärkeren Zuschuss leisten musste als im Vorjahre und zwar 5 105 066 Francs gegen 3 139 785 im Vorjahre. Ottoman Railway (Smyrna—Aidin). Auch diese kleinasiatische Gesellschaft berichtet über den Aufschwung infolge der diesjährigen günstigen Ernte im anatolischen Hochland, wodurch der geringere Ausfall der Getreideernte des Tieflandes mehr als ausgeglichen wird. Die am 10. September abgelaufene Woche erbrachte mit 14 248 t. Pfd. die höchste Betriebseinnahme in der Geschichte der Gesellschaft. Die Gesamtziffern der Einnahmen weisen eine stetige Steigerung auf; sie betrugen 1899/1900 115 257 t. Pfd., 1900/01 179 602 t. Pfd., 1901/02 199 597 t. Pfd., 1902/03 189 051 t. Pfd., 1903/04 197 587 t. Pfd. Die Gesellschaft baut jetzt in Smyrna ihren Quai bis in das Tiefwasser der Bucht aus und errichtet am Ufer verschiedene Lagerhäuser; auch hat sie die Ausdehnung der Linie nach dem Inlande bis Egidir und dem See Buldur einschliesslich einer Zweiglinie nach Isparta b ei der türkischen Regierung beantragt; man rechnet bestimmt auf die Bewilligung. Anatolische Bahn. Während das mit dem Juli zu Ende gegangene Geschäftsjahr der Linie Eskichehir-Konia das ungünstigste seit Jahren war, indem sich die durchschnittlichen monatlichen Roheinnahmen auf ca. 7000 t. Pfd. (gegen 10 000 im vorhergehenden Jahre) beliefen, brachte schon der Monat August eine Einnahme von 8710 t. Pfd. (gegen 6220 im Jahre 1903, und 7619 im Jahre 1902). Infolge der guten Ernte werden die Reservevorräte verkauft und im September wurde auch schon die neue Ernte verfrachtet, wodurch die Einnahmen der Linie ganz gewaltig und sprungweise wuchsen; sie erreichten beispielsweise in einer Woche die Höhe von 2160 t. Pfd. gegen 1428 im Vorjahre. Die Einnahmen aus der Zehnten-Steuern sollen im Konia-Distrikt doppelt so gross sein wie in