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Altneuland · 1904-12-01 · Heft 12 (Dezember 1904) · p. Seite 376

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Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 12 (Dezember 1904)
Article
Galiläa [Nachricht]
Date
1904-12-01
Page
Seite 376 (sequence 2)
Language
German
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— 376 — Wenn man bedenkt, dass jetzt ganz Palästina, also ausser Galiläa noch Judäa und Samaria mit ihren grossen Städten nur 600 000 Einwohner besitzt, und zur Zeit Josephus von einer grossen Exportindustrie nicht die Rede sein konnte, so ersieht man daraus, ein wie fruchtbares Land Galiläa gewesen sein muss und, da die klimatischen Verhältnisse, wenn überhaupt, sich gerade in diesem Teile Palästinas am wenigsten geändert haben können, eine wie grosse Menge von Kolonisten es noch heute aufzunehmen vermöchte. Gründung eines jüdischen KolonisationsVereins für Palästina in Wien. Während Deutschland in dem Verein „Esra" schon seit 1884 ein Zentrum für die jüdischen Kolonisationsbestrebungen besitzt, das sich zwar an Bedeutung nicht mit der russischen ähnliche Tendenzen verfolgenden Chowewe Zion-Vereinigung messen kann, immerhin aber doch imstande war, in den letzten 4 Jahren 50 000 M. für Kolonisationszwecke flüssig zu machen, ist Oesterreich bisher für diese Bestrebungen ein unfruchtbarer Boden geblieben. Nach einer gut gelungenen Palästina-Ausstellung fand am 13. Mai dieses Jahres eine aus den ersten jüdischen Kreisen Wiens gut besuchte Versammlung unter Vorsitz des Präsidenten des Wiener Gemeindevorstandes, Herrn Dr. A. Stern, statt, in welcher nach einem Referat von Herrn Dr. A. Nossig, des Vertreters des Pariser Zentralkomitees und der Berliner Propaganda-Kommission der Kolonisationsvereine, eine Kommission zur Organisierung eines Kolonisationsvereins gewählt wurde. Am 14. November fand nun im grossen Sitzungssaale der jüdischen Kultusgemeinde in Wien die Konstituierung des jüdischen Kolonisationsvereins statt, der den Zweck verfolgt, die jüdischen Emigranten aus Osteuropa in Palästina und den Nachbarländern planmässig anzusiedeln. Die führenden Kreise der jüdischen Kultusgemeinde Wiens brachten der Sache lebhaftes Interesse entgegen, wovon der zahlreiche Besuch der Versammlung zeugte. In den Ausschuss des Vereins, wurden folgende Herren gewählt: Dr. Alfred Stern (Präsident), David R. v. Gutmann, Dr. Rudolf Auspitz, Dr. J. Bloch, Prof, Dr. Ehrmann, Emil Horner, Oskar Marmorek, Dr. W. Pappenheim, kais. Rat Sachs, Ignaz Schiff, Rabbiner Dr. Schmied] I, Baurat Wilhelm Stiassny, Dr. F. Weisl, Dr. S. Zins. Der Verein hat den Zweck, allein oder in Verbindung mit anderen, gleiche Ziele erstrebenden Institutionen die planmässige Ansiedlung von Juden in Palästina und seinen Nebenländers zu fördern. Es fallen daher in seinen Wirkungskreis insbesondere: a) die Förderung der Erforschung Palästinas und seiner Nebenländer unter dem Gesichtspunkte der Ermittelung geeigneter Kolonisationsmethoden, unter anderem durch Errichtung von Versuchsstationen aller Art; b) Förderung des Verständnisses für eine planmässige Ansiedlung von Juden in Palästina und seinen Nebenländern durch Versammlungen, Vorträge, Veröffentlichungen aller Art, Entsendung von Rednern, Unterstützung von Institutionen, die dieser Idee dienen, Enqueten u. dergl.; c) die Förderung der Kolonisation selbst durch 1. Erwirkung günstiger Ansiedlungsbedingungen jeder Art 2. zweckmässige Heranbildung geeigneter Ansiedler; 4. unentgeltliche Erteilung von Ratschlägen und Anleitungen; 4. Unterstützung der Ansiedler, insbesondere von Ackerbauern, Gärtnern, Handwerkern und Gewerbsleuten, z. B. durch Darlehen und ausnahmsweise

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