Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 11 (November 1904)
- Article
- Die Lage der Kolonie Metuleh [Nachricht]
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 344 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 344 — Drusen sind. Der letzte Raub der Drusen gegen Metuleh hat das Ergebnis gehabt, dass zehn Ochsen und fünf Pferde erschossen und eine Menge Vieh entführt wurde. Es gelang zwar den Kolonisten, den Drusen den Raub wieder abzujagen, allein die Verwaltung sah nunmehr ein, dass ein magerer Vergleich besser ist als ein fetter Prozess, und entschloss sich, die Forderung der Drusen zu bewilligen. Dieselben erhielten 6000 statt der verlangten 50 000 Frcs., wogegen sie sich in Anwesenheit eines Vertreters der Behörden verpflichteten, Metuleh fortan in Ruhe zu lassen. NEUE LITERATUR. Palästina. Reisebilder von Adolf Friedemann und Hermann Struck. Berlin 1904. Verlag von Bruno Cassirer. Es i«>t erfreulich, in der Flut der Pdlästina-Reiseliteratur einmal eine Schilderung des Landes aus jüdischer Feder zu finden. Und zwar ist dieses Buch aus zwei Gründen besonders bemerkenswert; erstens sind beide Reisende bekanntlich ernste und warm empfindende Zionisten, die schon seit vielen Jahren dem heiligen Lande innerlich nahegetreten sind und die wohl vorbereitet Palästina betraten; andererseits hat der bekannte künstlerische Verlag dem Werk eine vornehme Ausstattung gegeben, feines Velinpapier, wodurch die Nachbildungen der Radierungen und Handzeichnungen des Meisters Struck so gut gelungen sind, wie man es nur in solchen Büchern mit grösserer Auflage erwarten kann. Nur einem gütigen Geschick ist es zu danken, dass die schönen Skizzen, die auf der Rückreise von Tiberias nach Nazareth aus dem Wagen gefallen waren, aufgefunden wurden und auf Umwegen wieder in die Hände des Künstlers gelangten. Die meisten Skizzen sind ausserordentlich stimmungsvoll, wenn auch der sentimentale Hauch, der über ihnen liegt, nicht immer zu dem meist recht temperamentvollen Text passt. Der Wert des Textes wiederum liegt nicht in der Schilderung der auf der Reise gesehenen Tatsachen oder der erlebten kleinen Abenteuer, sondern in der Art und Weise, wie der Verfasser beobachtet hat und das Erlebte beschreibt. Mächtig wirken die religiösen und geschichtlichen Erinnerungen des Landes auf ihn, und diesen Stimmungen weiss er in ausgezeichnet kraftvoller Weise Ausdruck zu verleihen. Dabei durchweht das ganze ein ehrlich zionistischer, hoffnungsvoller Hauch, auch da, wo er Tadelnswertes findet und seiner Entrüstung scharfen Ausdruck verleiht, wie z. B. bei der Besprechung der Folgen der „fahrlässigen Wohltätigkeit" — eine wirklich treffende Charakterisierung der Tätigkeit der Chaluka-Komitees. Wirtschaftlich Wichtiges findet sich wenig in diesen Reiseeindrücken. Statistik und eingehende Besprechungen über einzelne Fragen sucht man dort vergebens, es war ja auch nicht der Zweck, diese gefälligen Schilderungen mit schwerem Gepäck zu belasten. . Das Buch gehört zur leichten Reiseliteratur, und das ist ein Vorzug; denn leichte Reiterei mit wenig Gepäck kann schnell und tief in Feindesland dringen Erfreut hat uns die wohlwollende und anerkennende, dabei aber doch auf einige der wichtigsten Fehler hinweisende Kritik der Kolonisation der Jewish Colonization Association, zu deren weiterer Verbreitung wir hier durch wörtliche Wiedergabe beitragen wollen.