Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 11 (November 1904)
- Article
- Die Kolonien in Palästina nach dem Bericht der Jewish Colonization Association für das Jahr 1903
- Date
- 1904-11-01
- Page
- Seite 339 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 339 — gleichen, die A. S. Kastelianski in der Zeitschrift „Palästina" 1902, Heft 2 für das Jahr 1898 publizierte (abgedruckt auch in Bd. I „Jüdische Statistik" Berlin 1903, S. 400), da sich hieraus der Zuwachs der Kolonien innerhalb fünf Jahren ergibt. Kolonien 1898 1903 626 Seelen 761 Seelen . 119 „ 174 „ 222 „ 280 „ Maskereth-Bathia (Ekron) . . 231 „ 274 „ 114 „ 119 „ 818 „ 882* „ 132 „ 150* n 893 „ 1103 „ 513 „ 796 „ Yessod-Hamaalah . . 229 „ 246 „ Mischmar-Hajarden . . . . 110 „ 115 „ . 284 „ 311 „ 4291 Seelen 5216 Seelen Es haben demnach diese zwölf Kolonien ihre Einwohnerzahl im Durchschnitt in den fünf Jahren um 22°/0 vermehrt; dazu kommen dann noch die neugegründeten Kolonien bei Tiberias (Mescha, Yamma-Delaika, Abedieh-Mellamieh) •mit 107 Familien, sowie Atlit mit acht Familien, ferner eine geringe Zunahme in den kleineren, oben nicht aufgeführten Kolonien, der eine kleine Verminderung nur in Kastinieh gegenübersteht, so dass man wohl die gesamte Bevölkerung der jüdischen Dörfer und Pflanzungen in Palästina für das Jahr 1903 auf 6500 angeben darf gegen 5200 für das Jahr 1898, was immerhin bei einer jährlichen Zuwachsrate von 5%, wenn auch keine rapide, so doch eine gesunde Entwickelung bedeuten würde. Noch wichtiger ist, dass jetzt die meisten der Kolonisten genügend Land und Inventar haben, um gut weiterzukommen, d. h. vorausgesetzt, dass es ihnen an Fleiss und Ausdauer nicht gebricht. Schon jetzt sind viele der Kolonisten in der Lage, regelmässig ihre Vorschüsse und Amortisationsquoten zurückzuzahlen, und voraussichtlich wird sich die Zahl derselben bei weiterem Heranwachsen der Pflanzungen in immer schnellerem Masse vermehren. An Bodenmangel leiden vor allem noch die Kolonisten von Waad-el-Chanin, Mischmar-Hajarden und Jessod-Hamaalah. Besonders interessant und wichtig sind die Versuche, die mit Baumwo lle gemacht wurden, wenngleich sich hätte voraussehen lassen, dass eine Baumwollkultur auf dem Plateau von Sichron-Jacob fehlschlagen musste. Auf Versuche mit Baumwolle, die von englischer Seite in der Nähe von Jaffa in diesem Sommer veranstaltet worden sind, angeblich mit gutem Erfolge, werden wir noch zurückkommen; übrigens ist die Jewish Colonization Association auch im oberen Jordantal, in der Kolonie Abedieh-Mellamieh, im Begriffe, Versuche mit Baumwolle zu machen. Der Tabak wird jetzt auf verschiedenen Kolonien versucht, aber mit wechselndem Erfolg. In Waad-el-Chanin brachten 2 ha 1000 kg trockene Blätter, von denen 400 kg zu 4 Frcs. das Kilo verkauft wurden. Die Kosten der Kultur *) Nach Aaronsohn, Altneuland, 1904, S. 90.