Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1904)
- Article
- Verbreitung der Malaria [Nachricht]
- Date
- 1904-10-01
- Page
- Seite 319 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 319 — liehen Wirkungen der Krankheit zu mildern, und man dan der jetzigen Re- .gierung Italiens das lobende Zeugnis nicht versagen, dass sie durch das Verkaufsmonopol für Chinin auch den armen Bevölkerungsklassen die Möglichkeit geboten hat, das heilkräftige Alkaloid zu einem billigen Preise und in reiner •Qualität zu erwerben. Aber dass die Malaria nicht nur geheilt, sondern vielmehr verhütet werden kann, ist das hervorragende Verdienst Professor Grassis, der im Jahre 1898 den Zusammenhang zwischen der Anopheles-Mücke und dem Sumpffieber entdeckte. Seit dieser Zeit konnte man durch verschiedene Schutzmassregeln sich vor dem Stich dieses gefährlichen Insekts bewahren, und eine bemerkenswerte Studie des Chefarztes der Adriatischen Eisenbahnen, des Dr. Tebaldo Ricci, die vor kurzem erschienen ist, bringt, wie wir einer Mailänder Korrespondenz der „Voss. Ztg." entnehmen, interessante statistische Daten über den Rückgang der Malariaerkrankungen unter den Angestellten der genannten Eisenbahngesellschaft, deren Linien sich zum grossen Teil in Malariagegenden befinden. Die Anzahl der Kranken betrug im Jahre 1886 noch 69 vom Hundert und ist im Jahre 1902, nachdem die Schutzmassregeln eingerichtet worden waren, auf 44, im vergangenen Jahre auf 30 vom Hundert heruntergegangen, wobei noch zu 'berücksichtigen ist, dass auch die Anzahl der wegen Malaria versäumten Tage von 5,48 auf 1,89 gesunken ist, was die bedeutend schwächere Intensität der Krankheit beweist. Wie hat man aber dieses ausserordentliche Ergebnis erreicht? Die Wärterhäuser wurden mit dichten Metallgittern versehen, die von den Stechmücken nicht durchdrungen werden können, und alle Angestellten mit Masken aus feinem Messingdraht und Wollhandschuhen ausgestattet, um jeden Stich des bösartigen Insekts unmöglich zu machen. Natürlich wird die Anwendung dieser Schutzmassregeln von dem ärztlichen Personal der Eisenbahngesellschaft streng überwacht. Die Angestellten sehen aber auch selbst die Nützlichkeit der zwar nicht schönen, aber durchaus wirksamen Kleidungsstücke ein, und so kommt es, •dass selbst auf der verrufensten Strecke Foggia—-Bari, die in früheren Jahren so viele Opfer gekostet hat, der Gesundheitszustand so gut ist wie nie vorher. Prozessor Grassi ist durch seine sensationelle Entdeckung seinem Vaterlande ein -wahrer Wohltäter geworden. Die Dünen auf der Weltausstellung. Die Frage der Fixierung der Dünen ist für die ganze Küste Palästinas von grosser Bedeutung. Auch haben wir in unseren Kolonien schon jetzt mit ihr zu tun, so in Chederah und in Rischon Lezion. Es ist deshalb von Interesse, die Fortschritte, die hierin erreicht wurden, kennen zu lernen. Folgende Notiz entnehmen wir dem „Kulturtechniker" für 1904. Die Ackerbauausstellung, welche die amerikanische Bundesregierung auf der Weltausstellung in St. Louis veranstaltet, wird, wie bereits mehrfach erwähnt, sowohl in dem riesigen Landwirtschaftsgebäude als im Freien ihren Platz finden. In den ersten Tagen des Dezember hat man mit der Anlage von Sanddünen im Freien begonnen und dieselben bepflanzt. An diesen Dünen soll veranschaulicht werden, wie durch Anpflanzungen gewisser Gräser und Sträucher das Wandern des Sandes verhindert werden kann. Man hat in den letzten Jahren erfolgreich mit verschiedenen Gras- und Straucharten experimentiert und will die Resultate ■dieser Experimente hier veranschaulichen. Die Dünen, gegen deren Wandern man «ich durch die Anpflanzung schützt, finden sich nicht nur an der Meeresküste,