Mannheim
Compact Memory

Altneuland · 1904-10-01 · Heft 10 (Oktober 1904) · p. Seite 318

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 10 (Oktober 1904)
Article
Die griechische Korinthenkultur [Nachricht]
Date
1904-10-01
Page
Seite 318 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
correspondence
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2266000-2266001-2266012--0652-2266900
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 318 — •der wichtigsten Einnahmequellen des Staates gewesen ist, existieren genauere statistische Angaben erst seit dem Jahre 1830. Zu jener Zeit hatten die Anpflanzungen eine Ausdehnung von 3800 ha und ergaben einen Gesamtertrag von 19 Millionen Pfund (venetianisch). Bereits im Jahre 1851 war das bestellte Areal auf 17 257 ha und die Produktion auf 86 Millionen Pfund oder auf ungefähr 4925 Pfund pro ha gestiegen. In den darauffolgenden Jahren 1852 bis 1S55 hatte die Ernte infolge Auftretens des Oidiums erheblich nachgelassen, ging aber langsam wieder in die Hohe, so dass sie 1859 wieder 72,35 Millionen Pfund erreichte und im Jahre 1862 die ersten 100 Millionen Pfund überschritt. Von da ab hatte die Produktion eine stetige Zunahme und einen lebhaften Aufschwung zu verzeichnen. Lohnende Preise zogen die Aufmerksamkeit der Eigentümer im Pelepones und auf den beiden Inseln Zante und Kephalonia auf sich, die Kultur dehnte sich von Jahr zu Jahr aus. In den drei Dekaden 1871 bis 1891 stellte sich die bebaute Fläche und der Ertrag im Jahre 1871 auf 34 631 ha und 150 Millionen Pfund, 1881 auf etwas über 50 000 ha und 265 Millionen Pfund, 1891 auf 67 000 ha und 344 Millionen Pfund oder 5154 Pfund pro ha. Im Jahre 1899 trat zum ersten Male das Retentionsgesetz in Kraft, und es wurden von der Ernte, die sich auf 312 Millionen Pfund belief, 43 144 300 Pfund von dem allgemeinen Verkauf ausgeschlossen. Infolge Auftretens des Mehltauschimmels ging die Produktion des nächsten Jahres auf 100 Millionen Pfund zurück, die zurückbehaltene Menge betrug 9 Millionen Pfund. Im Jahre 1901 stieg die Ernte wieder auf 291 550 000 Pfund, von der 34 032 300 Pfund einbehalten wurden. In den beiden letzten Erntejahren 1902 und 1903 beliefen sich die Ausbeute (unter Angabe der Retentionsmengen in Klammern) auf 323 (57) Millionen Pfund und 360,8 (50,292) Millionen Pfund. Da die französischen Bezüge von Korinthen zur Weinfabrikation infolge Sanierung des heimischen Weinbaus stark nachgelassen hatten, so machte sich allmählich eine Ueberproduktion und Unverkäuflichkeit der Ware auf dem Markte fühlbar. Die Retention, welche diesem Uebelstande abhelfen sollte, ist bisher von günstigem Erfolg begleitet gewesen. Die Retentionsware wird durch die Korinthenbank an die einheimischen Alkoholfabrikanten verkauft und darf nicht zum Export gelangen. Die Korinthenpreise, die je nach Angebot und Nachfrage sehr schwanken, sind zur Zeit nicht mehr so lohnend wie vor etwa zehn Jahren, als Frankreich noch 50 000 bis 70 000 Tonnen Korinthen pro Jahr bezog. Man schätzt im Durchschnitt den Wert der Ernte, an Ort und Stelle gekauft, auf 50 Millionen Franken. Die mit Korinthen augenblicklieh bebaute Fläche, wird auf 73 000 ha mit einer durchschnittlichen Ernte von 4267 Pfund pro ha veranschlagt. Hauptabnehmer der griechischen Korinthen ist Grossbritannien, dessen Bezüge 1903 (und 1902) sich auf 108 929 103 Pfund (109 386 745) stellten. Es folgen die Vereinigten Staaten von Amerika mit 26 857 728 Pfund (25 884 874), Deutschland mit 15 923 543 Pfund (22 260 056), die Niederlande mit 20 932 234 Pfund (16 134 469). Verbreitung der Malaria. Bekanntlich ist in keinem Lande Europas die Malaria benannte eigentümliche Gattung Sumpffieber so stark verbreitet wie in Italien. Seit der .Einführung des Chinins in der Heilmittelkunde war es gelungen, die schreck-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.