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Altneuland · 1904-09-01 · Heft 9 (September 1904) · p. Seite 272

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 9 (September 1904)
Article
Die jüdische Kolonisation in Nord-Syrien auf Grundlage der Baumwollkultur im Gebiete der Bagdad-Bahn
Date
1904-09-01
Page
Seite 272 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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— 272 — bereist, um die Ausdehnungsmöglichkeit des Baumwollbaues daselbst zu studieren. Die Schwierigkeiten, die sich einer bedeutenden Ausdehnung •des Baumwollbaues entgegenstellen, sind, wie von allen Reisenden, Forschern und Praktikern übereinstimmend hervorgehoben wird, für den grössten Teil Nordsyriens und für ganz Mesopotamien -in den schlechten Transportverhältnissen sowie in der politischen -Unsicherheit begründet, was beides ja nach Vollendung der Bagdadbahn fortfallen würde; für das gesamte Gebiet wird aber eine starke Ausdehnung des Baumwollbaues bei der jetzigen schwachen Bevölkerung undenkbar sein. Dr. H. Grothe empfiehlt deshalb in seiner Schrift „Die Bagdadbahn und das schwäbische Bauernelement in Transkaukasien und Palästina" (München 1902), schwäbische Kolonisten daselbst anzusiedeln, aber mit Recht hebt Prof. Fitzner hervor, dass „die Aussichten für die Ausführung eines solchen Projektes im Hinblick auf die politischen Schwierigkeiten und das grosse Misstrauen der Pforte und nicht zum mindesten Russlands, von anderen Staaten ganz abzusehen, sehr gering seien", er glaube kaum, „dass sich eine Gesellschaft finden wird, welche die Arbeit und hohe Verantwortlichkeit eines derartigen Kolonisationswerkes auf ihre Schultern nehmen kann". Er empfiehlt als Ansiedler die intelligenten und tatkräftigen Tscherkessen, die gleichzeitig als tüchtige Reiter und Krieger den Uebergriffen der Nomaden die Spitze zu bieten wessen würden. Was die Unsicherheit gegenüber den Beduinen und Kurden betrifft, so wird sie in der Nähe der Eisenbahn wohl schon ebenso schnell schwinden, wie in Anatolien. Interessant ist übrigens, was Said Ruete aus eigener Erfahrung über diese Sache in seinem Aufsatz „Die Aussichten des Anbaues von .Baumwolle in Nord-Mesopotamien" (Beiträge zur Kenntnis des Orients, Bd. I, Jahrb. der Münchener orientalischen Gesellschaft, 1902/03) sagt: „Die Sicherheitsfrage ist eine Magenfrage — nur der raubt, dem keine anderen Mittel, seine Lebensbedürfnisse zu befriedigen, •zur Verfügung stehen. Der Hamidie, der Beduine nimmt dem •Landmann das Korn fort, da er sich der mühsamen Feldbestellung, deren Produkte bisher nur zur Stillung des eigenen und seiner Tiere Hunger diente, nicht selbst unterziehen will; baut er hingegen Baumwolle,, so kann er sich von dem reichen;Erlös Korn kaufen und noch ein gutes Stück Geld für andere,

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