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Altneuland · 1904-08-01 · Heft 8 (August 1904) · p. Seite 253

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 8 (August 1904)
Article
[Rezension] / Soskin
Date
1904-08-01
Page
Seite 253 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 253 — Reiseführer von Baedeker nimmt auf die von Jahr zu Jahr steigende Zahl und Bedeutung der jüdischen Kolonien bezug. Im ersten Kapitel schildert Verf. eine historisch-geographische Exkursion in die Ebene Saron, die der Auffindung der Ruinenstätte von Gibbethon galt. Der Weg führt ihn an der jüdischen Kolonie Pethach-Thikwah vorbei, deren Eukalyptusanpflanzungen er erwähnt, ohne sonst mit einem Wort auf die Tatsache der Existenz von jüdischen Kolonien einzugehen, die doch sicherlich seinen Lesern ganz unbekannt sein dürften. Das 2. Kapitel beschäftigt sich mit Jerusalem, welches er ganz richtig als „die Stadt der Almosen" charakterisiert. „Die Summen, die dem Finanzmann in Jerusalem durch die Hand gehen, sind Gelder, die den grossen, zum Teil wirklich grossartigen Anstalten: Spitälern, Waisenhäusern, Pilgerhäusern, Klöstern usw. angehören, und an denen alle christlichen Konfessionen im Orient und Occident, dazudas Judentum (und noch wie! Red.) und im gewissen Umfange auch der Mohammedanismus beteiligt sind." Freilich haben sich schon die Verhältnisse seit 1899, als Verf. das Land besuchte, etwas gebessert. Eine „Weltstadt" nennt Verf. Jerusalem, da die ganze Welt in der heiligen Stadt ihre Interessen geltend macht. Interessant ist die Schilderung der Zeremonie „des heiligen Feuers" am Osterfeste der Griechen, die von 400 türkischen Soldaten überwacht wird, die in der Grabeskirche die Aufrechterhaltung der Ordnung, manchmal sogar vermittels blanker Waffe, zur Pflicht haben. Das Kapitel über Jerusalem enthält eine Anzahl für den Bibelfreund sehr interessanter topographischer Angaben. Das 3. Kapitel „Jenseits des Jordans auf den Spuren Johannes des Täufers" schildert einen Ausflug ins Jordantal, ins Moabiterland, nach Madeba, Machärus (der Richtplatz Johannes des Täufers und eine bedeutende Festung im Befreiungskampfe der Makkabäer gegen die Römer). Das 4. Kapitel ist einem Ritt nach Galiläa gewidmet, das 5. der Wanderung auf den Spuren Jesu am See Genezareth. In diesem Kapitel beschreibt Verf. sehr ausführlich die Gegend um den Tiberiassee mit den verschiedenen früher blühenden, jetzt nur unbedeutenden Ortschaften. Das 6. Kapitel schildert die Reise vom See Genezareth nach Cäsarea Philippi (Banijas). Hier führt den Verf. sein Weg an der Kolonie Rosch-Pinah vorbei. Gute Strassen, Strassenlaternen, Wasserleitung, sauber aussehende Häuser, hübsche Gärten mit prächtigen Obstbäumen fesseln seine Aufmerksamkeit. „Ich konnte mich kaum in die Verwandlung finden. Das Rätsel löste sich, als wir an einem Hause vorbeiritten, aus welchem ein seltsames Gemurmel und greuliches Stimmengewirr an unser Ohr schlug: es war eine Judenschule, und wir befanden uns in einer der Jadenkolonien Rosch-Pinah, welche die israelitischen Finanzbarone ins Leben gerufen haben.*4 Und zog weiter vorbei! Das ist das positive Interesse für die Kultur des Landes, das hier der Verf. bekundet. In einem 7. Kapitel, betitelt „Vom Ertrag der Palästinafahrt" versucht Verf. einige Korrekturen zu den unrichtigen Bildern und Vorstellungen vom Heiligen Lande zu geben (!). Er spricht über die Palästinabilder, über die Natur des Landes, über Kulturerrungenschaften, über die Landeskinder. Hier weiss er noch über die jüdischen Kolonien zu sagen, dass sie „in Jerusalem, bei Jaffa und im oberen Jordantal angelegt sind und ihr Dasein von der Munifizenz reicher Israeliten, wie Sir Moses Montefiore (!!) und Baron. Hirsch (!!!), fristen", in vielen Fällen den Beweis liefern, „dass man als Jude mit Glück auch auf den Wohltätigkeitssinn seiner Stammesgenossen spekulieren kann". (?!) Schöne Korrekturen!

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