Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1904)
- Article
- Palästina-Handelsgesellschaft [Nachricht]
- Date
- 1904-07-01
- Page
- Seite 221 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2266000-2266001-2266009--0474-2266680- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 221 — Fusion mit der Lodzer Gruppe ist leider aus verschiedenen Gründen nicht zustande gekommen. Dagegen hat sich der Jewish Colonial Trust mit mehr Kapital an dem Unternehmen beteiligt, als früher in Aussicht genommen wurde. Der Beirat besteht aus 7 Personen, von denen 2 von der Jüdischen Kolonialbank delegiert werden. Mindestens 4 Mitglieder des Beirates müssen deutsche Staatsangehörige sein. Die in der konstituierenden Sitzung gewählten Mitglieder des Beirats sind: Sally M. Mainz, Vorsitzender, Alfred Cohn, stellvertr. Vorsitzender, J. Friedländer, Schriftführer, E. Magnus, sämtlich in Hamburg, Prof. Dr. O. War bürg in Berlin, und die Herren Dr. Leopold Kahn in Wien und D. Wolffsohn in Köln seitens der Jüdischen KoJonialbank. Deutsche Palästina-Bank. Die Bank beruft ihre ordentliche Generalversammlung auf den 27. Juni ein. Derselben wird vorgeschlagen werden, von der Verteilung einer Dividende für das verflossene Geschäftsjahr abzusehen und den erzielten Nettoüberschuss in Höhe von 59 807 Mk. zu Abschreibungen auf Konto-Korrent-Konto zu verwenden, da mit Sicherheit zu erwarten ist, dass ein noch schwebendes Warenbeleihungsgeschäft der Filiale in Jerusalem mit einem bedeutenden Verlust für die Bank abschliessen wird. Die Verwaltung stellt in Aussicht, dass auch der Gewinn des laufenden Geschäftsjahres zu gleichem Zwecke wird verwendet werden müssen. Im übrigen hat sich, wie die Verwaltung mitteilt, das Geschäft im abgelaufenen Jahre normal entwickelt. Die erzielten Umsatzziffern waren die höchsten seit dem Bestehen des Unternehmens, wobei allerdings zu berücksichtigen sei, dass im abgelaufenen Geschäftsjahr zum ersten Male das volle, erhöhte Aktienkapital von 800 000 Mk. im Betriebe tätig war. In der am 27. Juni erfolgten Generalversammlung wurde der Geschäftsbericht für 1903 genehmigt und Entlastung erteilt. Die Direktion wies darauf hin, dass die Filiale in Jerusalem, entgegen den von Berlin ergangenen Vors ehr iften, Vorschüsse auf Waren Verschiffungen in einer Weise gemacht habe, die für die Gesellschaft ausserordentlich verlustbringend geworden sind. Daher auch der Ausfall der Dividenden und die voraussichtliche Verwendung des Gewinns des laufenden Jahres zu gleichem Zwecke. Immerhin hofft die Verwaltung, dass das Geschäft in seiner stetigen Entwicklung nicht unterbrochen wird. Aus diesem Grunde hat auch der Aufsichtsrat die Errichtung einer dritten Filiale in Haifa beschlossen. Anatolische Eisenbahn-Gesellschaft. Die Gesellschaft erzielte in dem Geschäftsjahre 1903 einen Reingewinn von 2 463115 Frcs., welcher folgendermassen verteilt werden soll: der Reserve 121 057 Frcs., für eine 5prozentige Dividende auf das eingezahlte Aktienkapital 1 889 380 Frcs., für Aktientilgung 32 500 Frcs., der ausserordentlichen Reserve 200 000 Frcs. und Vortrag auf neue Rechnung 224 132 Frcs. Die Verhältnisse der Bahn haben sich nach dem Geschäftsbericht infolge einer weniger ergiebigen Ernte etwas ungünstiger gestaltet. Wie im Geschäftsbericht pro 1902 erwähnt, hat sich für die Ausführung des Bagdadunternehmens eine besondere Gesellschaft, die „Societe Imperiale Ottomane du Chemin de fer de Bagdad", am 13. April 1903 in Konstantinopel konstituier. In Ausführung der Beschlüsse der vorjährigen Generalversammlung hat der Verwaltungsrat der Anatolischen Eisenbahngesellschaft alle Rechte und Pflichten ausder Bagdadkonzession, soweit solche nicht individuell die Anatolische Bahngesellschaft betreffen, auf die Societe du Chemin de fer de Bagdad gegen Erstattung der gehabten baren Auslagen übertragen. Das Aktienkapital der neuen Bagdadbahngesellschafi beträgt 15 000 000 Frcs. Entsprechend den Konzessions-