Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1904)
- Article
- Neueres über Malaria : die Verdunstungsfähigkeit der Eukalyptusbäume [Nachricht]
- Date
- 1904-06-01
- Page
- Seite 191 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 191 — kämpfung der Malaria abgeben.*) Man hat aus dieser Fähigkeit des Baumes geschlossen, dass dementsprechend seine Blätter eine verhältnismässig hohe Transpiration aufweisen müssten. Die Irrtümlichkeit dieser Annahme haben neuerliche Versuche von Griffon (Compt. rend. 138, 1904, S. 157) bewiesen, nach denen die Transpiration der Eukalyptusblätter im Vergleich zu denen unserer heimischen Bäume, wie namentlich Weide, Birke und Esche, zwei- bis dreimal schwächer ist. Die austrocknende Wirkung des Eukalyptusbaumes, die ja auch zu dem Namen Fieberbaum Veranlassung gegeben hat, mufs aus diesem Grunde wohl hauptsächlich der Eigenschaft zugeschrieben werden, in sehr kurzer Zeit eine starke Belaubung zu produzieren. Archäologisches. Kanaan vor der israelitischen Einwanderung. In der Vorderasiatischen Gesellschaft in Berlin hielt der bekannte Assyriologe Dr. A. Jeremias aus Leipzig einen Vortrag über Kanaan vor der israelitischen Einwanderung. Er führte, der Freisinnigen Zeitung zufolge, etwa folgendes aus: Die Aufnahme der Ausgrabungen im Lande selbst durch die Deutsche Palästina- Gesellschaft und durch Prof. Sellin von der Wiener Universität wird neues Licht auf Kanaans Geschichte werfen. Einstweilen sind die Ergebnisse dieser Ausgrabungen noch nicht bedeutungsvoll genug, sodass für die Geschichte Kanaans die Bibel, die in Babylonien gefundenen Keilinschriften, sowie die ägyptischen Denkmäler als Quellen dienen. Aber schon diese Quellen weisen eine wundervolle Uebereinstimmung auf und stützen sich gegenseitig. Soviel steht heute mit aller Sicherheit fest: Kanaan ist keine stille Enklave, sondern die sämtlichen Staaten an der Ostküste des Mittelmeeres bilden ein lebendiges Bindeglied zwischen Babylon und Aegypten. Für Babylon, unter dessen Herrschaft sie schon im Jahre 4000 v. Chr. zu Sargons Zeiten stehen, sind sie insofern äusserst wichtig, als sie die Verbindung mit dem Meere vermitteln. Alle Epochen der babylonischen Kulturentwicklung bis zum Jahre 2000 v. Chr. herab finden ihren Niederschlag in der Kultur Kanaans. Hammurabi, Abrahams Zeitgenosse, nennt sich Vater des Westlandes, worunter Kanaan zu verstehen ist. Die Gleichheit der Aschera- und Astarte-Kulte, die Gleichheit der Rechtsanschauungen, der Abrahamsgeschichten und des Gesetzbuches Hammurabis, wie sie sich in dem erlaubten Halten der Nebenfrau bei unfruchtbarer monogamer Ehe, in dem Verstössen dieser Nebenfrau bei Anmassung der Hoheitsrechte der Hauptfrau ausspricht (Geschichte der Hagar), alle diese Momente zeigen den Einfluss Babylons. Später gelangte mit dem Vordringen der Aegypter bis nach Babylon unter Thutmes III. und seinen Nachfolgern Sethi I. und Ramses II. auch Kanaan unter ägyptische Botmässigkeit, nachdem bereits 2500 die Aegypter bis nach Kanaan vorgedrungen waren und das Land des Weinstocks und des Feigenbaums vorübergehend beherrscht hatten, aber in den Jahren 2500 bis 2000 selbst unter den Angriffen der Südaraber, der Hyksos, leiden mussten. In dieser Zwischenzeit muss in Kanaan bezw. Palästina eine eigene Staatengliederung stattgefunden haben. Auf syrischem Boden trat später den Aegyptern das rätselhafte Volk der Hethiter entgegen, die uns sowohl in der Bibel wie auf den Keilinschriften begegnen, aber durch die Aegypter zurückgedrängt wurden. Kanaan blieb für die Folgezeit weiter politisch und wirtschaftlich von Aegypten abhängig; ") Unsern Lesern dürfte es wohl bekannt sein, dass in einigen unserer Kolonien in Palästina grosse Eukalyptuspflanzungen (Chederah allein besitzt ca. 300 000 Bäume) zu dem genannten Zwecke und zwar mit sichtlichem Erfolge angelegt wurden. Verg-1. auch unsere Anmerkung auf S. 161. D. Red.