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Altneuland · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. Seite 189

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Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
[Rezension]
Date
1904-06-01
Page
Seite 189 (sequence 2)
Language
German
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— 189 — wie es scheint, gänzlich unbekannt. Hingegen stützt sich Verfasser z. B. auf Zeitschriftenartikel (aus der Revue des Deux Mondes), auf Lehrbücher der Finanzwissenschaft (S. 708) und andere diesen ebenbürtige Quellen, wobei man nur von Kompilation, nicht aber von Forschung reden .kann. Es ist doch wirklich herzlich wenig damit getan, wenn man Prospekte, Jahresberichte und andere Drucksachen zusammengescharrt und dieselben äusserlich systematisiert hat ohne irgendwelche kritische Behandlung zu versuchen. Es ist auch nicht viel geschehen, wenn man seitenlange Zitate aus Memoiren anführt (S. 449—450), ohne Gesichtspunkte zur Würdigung des Angeführten zu bieten. Ueberhaupt kann das Buch keinen Anspruch auf wissenschaftlichen Wert erheben bezw. als zuverlässige Informationsquelle dienen. Wl. Idelson. VERMISCHTES. Aus fremden Produktionsgebieten. Im Nachfolgendem bringen wir einige kurze Mitteilungen über Kulturen und Industrien,, die für unser Kolonisationsgebiet Vergleichsmomente gewähren. Ueber die Tomatenkultur in Algier macht eine Beilage der No. 24 des „Bulletin de l'Office du gouvernement general de l'Algerie" einige interessante Angaben. Diese Kultur soll in Algier sehr lohnend sein; sie könnte 800 Eres. Reinertrag pro Hektar liefern, wenn der Produzent sein Produkt an einen Vermittler verkauft, und sogar einen solchen von 2600 Frcs., wenn er die Ware direkt abzusetzen weiss. Leider hat bis jetzt die Tomatenkultur in Palästina nur eine lokale Bedeutung. Eine Konservenindustrie könnte allerdings für die Ausdehnung des Aubaues vou entschiedenem Einfluss sein. Ueber die Verarbeitung von Zitronen auf ätherisches Oel, Saft, Zitronensäure, zitronensaures Salz sowie Schale, wie diese in Sizilien und Kalabrien betrieben wird, bringt die „Revue des Cultures Coloniales" No. 14, 1904, eine kurze Betrachtung. Mit Rücksicht auf den bedeutenden Wert, den diese Industrie für genannte Gegenden repräsentiert, wird für die französischen Besitzungen in Hinterindien der Anbau von Zitronen warm empfohlen, und es werden Berechnungen aufgestellt, welche ein Florieren dieser Industrie für Cöchinchina dartun sollen. Setzt man den Wert des Zitronenöles mit 10 Fr. per kg an, so würde ein Hektar, der mit 300 Bäumen bestanden ist, von denen jeder pro Jahr. 75 kg Früchte liefert, einen Ertrag von 2250 kg Früchten ergeben, der einem Wert von 2025 Franken entspricht. Jedoch scheint Verfasser bei dieser Berechnung den gegenwärtig niedrigen Preisstand für Zitronenöl und die übrigen Erzeugnisse ausser acht gelassen zu haben. Hierzu bemerken wir, dass wir in Palästina mit einer viel geringeren Pflanzweite der Zitronenarten zu tun haben, da pro Hektar mindestens 600 und bei den Arabern sogar 2000 Bäume gepflanzt werden. Leider aber existieren in Palästina nirgends reine Zitronenpflanzungen. Zitronen werden nur in geringer Zahl zwischen den Orangen angepflanzt. Es wäre zu wünschen, dass man in Palästina diese Kultur mehr beachtet und speziell die in Kalabrien und Sizilien übliche sehr einträgliche Verarbeitung der Zitronen ins Auge fasst.

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