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Altneuland · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. Seite 188

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Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
VI. Jahresbericht der Deutschen Orient-Gesellschaft zu Berlin pro 1903 [Nachricht]
Date
1904-06-01
Page
Seite 188 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 188 — Forschungsreise durch Palästina 10 000 M. Die Ausgaben betrugen 215 907 M.; davon entfielen 121 654 M. auf Zahlungen für die Ausgrabungen in Babylon und Assur, 18 037 M. für die in Abusir, 14 059 M. auf Kosten der Reise der Herren Dr. Thiersch und Dr. Hölscher durch Palästina und 10 000 M. auf die Beihilfe für den Deutschen Verein zur Erforschung Palästinas zu Ausgrabungen in Tellel-Mutesellim, der wahrscheinlichen Stätte des alten Megiddo. NEUE LITERATUR. A. du Velay: Essai sur l'histoire financiere de la Turquie depuis le regne du Sultan Mahmoud II jusqu'ä nos jours. Paris 1903. 8°. 722 S. Der Historiker der türkischen Finanzen hat mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, besonders aber — mit der Dürftigkeit und dem Charakter der Quellen. Die Beschallung der Quellen ist nämlich ausserordentlich schwer, noch schwerer aber die richtige Beurteilung derselben, Feststellung der Praxis, der Prinzipien der Anwendung usw. Um so mehr hat man an den Forscher strenge Forderungen zu stellen, insbesondere die Selbständigkeit und präzise eigene Beobachtung zu heischen. Das Buch von du Velay kommt leider einer solchen Forderung nicht, nach. Es ist zunächst zu verzeichnen, dass der Verf. sich durchwegs auf Bücher stützt. Wenn man sich der Mühe unterzieht, den ersten Teil (Geschichte der Finanzen bis zu den Tanzimatschen Reformen) zu analysieren, so findet man, dass aus den 64 Seiten (16—80) 18 (!), also ca. 28 pCt, wörtlich aus verschiedenen Büchern abgeschrieben sind, und zwar ca. 9 Seiten aus d'Ohsson (38—40, 41 [Note], 51 [Note], 49-50, 64—66, 68-^-69, 72—73), ca. 4 Seiten aus Aubignose (56, 62—63, 76—78), ca. 3 Seiten aus Tschichatscheff (66 bis 67, 73—75) usw. Der übrige Text besteht entweder aus Zitaten ohne Anführungszeichen (nur mit Erwähnung des Namens des Autors) oder aus wenig geistreichen Darlegungen, z. B. über die Notwendigkeit einer strengen Ordnung in der Finanzverwaltung (35), über die Unbequemlichkeiten der Steuer einnähme in natura (27—28), über die Eigenschaften eines guten Finanzbeamten (42 bis 43) usw. usw.; als ob über diese Fragen ein Zweifel bestünde oder als ob die Türkei in diesen allgemeinen Fragen einer allgemeinen Behandlung unterzogen werden müsste. Bei vielen seiner Behauptungen, — und gerade dort wo Zweifel möglich und auch geboten erscheint — lässt uns der sonst so gern zitierende Verf. über seine Quellen im Unklaren. So wird (S. 41, Anmerkung) als feste unerschütterliche Wahrheit hingestellt, dass die Finanzverwaltung bei der Einnahmenbezw. Ausgabenrechnung das Sonnen-Jahr nach dem Julianischen Kalender zugrunde gelegt hat. Nun ist diese Behauptung mit keinen Beweisen belegt; es ist aber kein Geheimnis, dass die türkische Finanzverwaltung vier Kalendersysteme benutzt: das julianische, das gregorianische, das arabische und (im Jahre 1834) das arabische mit 10 Zuschusstagen (vgl. Morawitz, Les flnances de la Turquie, JParis 1902. p. VI). Auch ist unser Verf., der sich selbst als Pionier in der Geschichte der türkischen Finanzen bezeichnet, keineswegs reich an Kenntnis der Literatur der Frage. So ist ihm z. B. das eben erwähnte interessante Buch von Morawitz,

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