Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1904)
- Article
- Das landwirtschaftliche Jahr [Nachricht]
- Date
- 1904-05-01
- Page
- Seite 152 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 1× ep/1046078
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— 152 — Des weiteren müssen wir das Auftreten der Feldmäuse und Feldratten verzeichnen, welche die Felder verwüsten. Ihre Verheerungen lassen sich in den sämtlichen Kolonien schwer empfinden, und einige Gegenden, wie die Esdrelonebene, werden durch die gleichzeitige Einwirkungder Trockenheit und der Feldmäuse sehr mangelhafte Ernten aufzuweisen haben. Die letzte Geissei für den Ackerbauer kommt uns aus dem Südosten Palästinas. Es ist die Heuschrecke, die noch aus dem Gedächtnis der um Safed gelegenen Kolonien seit ihrem Auftreten vor etwa 5 Jahren nicht geschwunden sein dürfte. Ende Februar beobachteten wir schon die Ankunft der Heuschrecke (Schistocera peregrina und nicht die Wanderheuschrecke—Pachytylus migratorius) im Ghor-es-Safieh, im Süden des Toten Meeres, wo sie wahre Wolken bildete, die buchstäblich das Sonnenlicht verdunkelten. Die Heuschrecke setzte nun ihre Wanderung gegen Norden fort und wird wohl schon Adschliui erreicht und vielleicht schon überschritten haben, da wir schon Nachrichten von ihrer verwüstenden Tätigkeit in Bir-esch-Dschküm (der Kolonie Bnei-Jehuda) erhalten haben. Sie überschritt auch den Jordan, da man sie schon am rechten Ufer in Melhamieh vorübergehend hatte. Ebenso verblieb sie einige Zeit in der Umgebung von Rosch-Pinah, wo sie ihre Eier niederlegte, wodurch noch die Gefahr ihres abermaligen Auftretens sowohl für die laufende Saison wie auch für das kommende Jahr verbleibt. Die Eier findet man in grossen Mengen in der Umgebung von Rosch-Pinah und Mischmar-Hajarden, ebenso um Melhamieh. Aber auch der Weinbauer wurde nicht verschont. In Zichron-Jacob zeigen sich auf den Weinbergen die Raupen des Falters (Sphinx) und der Nachteule sehr zahlreich. Dagegen giebt es nur ein einziges Mittel — d. i. die Raupen absuchen zu lassen. Wir wissen nicht, ob diese Raupen auch in den Weinbergen von Judäa so zahlreich sind. Die Liste der Plagen ist, wie man sieht, ziemlich lang, ja S'gar zu lang und unsere Ackerbaubevölkerung wird stark geprüft. Glücklicherweise ist der grösste Teil dieser Plagen vorübergehend, und wir hoffen, dass man überall gemeinsame Massnahmen unternehmen wird, um die Gefahr, wenn nicht ganz abzuwenden, so doch wenigstens in ihrer Wirkung zu schwächen. A. A. Oelbaumpflanzungen auf Volksdomänen in Palästina. Wir teilen unseren Lesern mit, dass bei der letzten Tagung des grossen Aktion-Komitees in Wien, in der Sitzung vom 15. April, der von der „Kommission zur Erf. Pal." der jüdischen Oeffentlichkeit übergebene Vorschlag, betreffs Einführung von Oelbaumspenden zur Bepllanzung der dem Nationalfonds gehörenden Flächen, vom grossen Aktions-Komitee angenommen wurde. Die Verwaltung dieses neuen Fonds wird der Leitung des Nationalfonds überwiesen. Wir sind nun überzeugt, dass die jüdische Welt sich an diesem höchst wichtigen Unternehmen durch Schaffung der notwendigen Mittel beteiligen wird. Bevor noch der Vorschlag vom Aktions- Komitee akzeptiert wurde, zeigte das zionistische Publikum unserer Anregung grosse Sympathien durch zahlreiche Spenden, die bis jetzt nur in der „Jüdischen Rundschau" ausgewiesen wurden. Sobald eine zur Bepflanzung von 10 ha erforderliche Summe, d. i. 6000 M., gezeichnet ist, kann schon an die erste Anpflanzung herangetreten werden. Geben wir uns Mühe, dass zum nächsten Kongress ein grosser Teil der jüdischen Volksdomänen mit Olivenbäumen bepflanzt werde.