Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 4 (April 1904)
- Article
- [Rezension] / Soskin
- Date
- 1904-04-01
- Page
- Seite 127 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- spine
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- Aleppo 1× ep/1047811
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Teil der Nachbarländer Palästinas vorführt, deren Studium uns in mancher Beziehung nützlich sein kann. Nachdem Verfasser im 1. Kapitel seine Reise durch Galizien und Rumänien beschrieben (merkwürdig ist es, dass Verfasser weder in Galizien, noch in der Bukowina unter den verschiedenen von ihm aufgeführten Völkern die Juden nicht mal dem Namen nach zu kennen scheint und doch bilden sie hier, speziell in Galizien, einen grossen Teil der Bevölkerung) und im 2. Kapitel Konstantinopel geschildert hat, behandelt er im 3. Kapitel die Westküste Kleinasiens: das Marmarameer und seine Häfen, die Dardanellenstrasse und die zahlreichen grösseren und kleineren Inseln des Archipels. — Viele der Inseln bieten uns Vergleichsmöglichkeiten mit Palästina, was ihre Bodenerzeugnisse betiifft. Sie erzeugen ebenso wie Palästina Olivenöl, Agrumen, Feigen, Wein, Mandeln, Johannisbrot, Mastix, Getreide etc. So die Inseln Mytilene, Chios, Rhodos, Samos, um nur die grösseren zu nennen. Speziell Samos hat für uns ein noch ganz besonderes Interesse, da diese Insel sich einer grösseren politischen Freiheit a.U autonomes Fürstentum erfreut und deshalb auch wirtschaftlich höher seht, als die übrigen ähnliche Naturbedingungen aufweisenden Nachbar-Inseln. Samos hat auch eine Volksdichte von 117 Einwohnern per 1 qkm. 1832 erhielt Samos von den Grossmächten das Geschenk der autonomen Verwaltung. Die Samioten stehen zwar nach wie vor unter der Herrschaft des Sultans, der in der Hauptstadt Vathy eine kleine Garnison von 150 Mann unterhält und einen Jahrestribut von 300 000 Piaster empfängt (die Insel besitzt eine Bevölkerung von 54 850 Menschen, was einen Tribut von nur 5 Piaster per Kopf ausmacht), aber sie regieren s'ich sonst selbst durch einen Fürsten, dessen Würde nicht erblich ist, sondern von der Pforte an einen Samioten der griechischen Gemeinde (die Bevölkerung ist griechisch) verliehen wird. Schulden hat Samos nicht. Aus dem weiteren Inhalt heben wir das 5. Kapitel über die Bagdad- Eisenbahn und das 6. über die nordsyrischen Häfen und ihr Hinterland hervor (das 4. Kapitel behandelt die kilikische Ebene). Das durch die Bagdad-Bahn zu erschliessende Gebiet wird näher geschildert und die politischen und wirtschaftlichen Aussichten der Bahn werden erörtert. Diesem Kapitel ist eine Karte der Bagdad-Bahn beigegeben. Von den nordsyrischen Häfen lernen wir die Bedeutung von Alexandrette, Antakije, Ladikije, Tripolis, im Hinterland die Städte Aleppo, Horns und Haina kennen. Gerade für den Orientinteressen besitzenden Kaufmann haben diese Angaben, wie auch die Angaben über die Häfen Kleinasiens und der Inseln einen besonderen WTert. Das letzte, 7, Kapitel ist einem Abstecher nach Cypern gewidmet, dieser grossen Insel, die im Altertum über eine Million Menschen ernährte, in der Gegenwart aber nur etwa dem vierten Teil eine Heimat bietet. Die Insel, die unter englischer Herrschaft steht, soll nach Fitzner die übertriebenen Hoffnungen, die sich an den Regierungswechsel knüpften, nicht erfüllt haben, indem sich zwar Handel und Wandel freier als vordem entfalten konnten, aher die wirtschaftlichen Bedingungen die gleichen geblieben seien. „Das ersehnte Geschenk einer grossen Bewässerungsanlage ist Cypern versagt geblieben." Soviel uns bekannt ist, soll eine bedeutende Bewässerungsanlage bei Famagusta hergestellt sein. Im einzelnen gibt aber Verfasser zu, dass wohl der Seidenbau, sowie die Weinkultur verbesserungsfähig sind. Er ist auch der Ansicht, dass England auf diesen Besitz keinen besonderen Wert legt und dass das englische Kapital sich an dieser Stelle zurückhaltend gezeigt und wenig dazu beigetragen hat, die natürlichen Reichtümer der Insel aufzuschliessen.