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Altneuland · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. Seite 123

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Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
Palästina-Handelsgesellschaft
Date
1904-04-01
Page
Seite 123 (sequence 2)
Language
German
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— 123 — Bauern für ihre Produkte einen geregelten Absatz erwarten dürfen, und lohnendere Preise erhalten. Heute sind sie meistens von den Arabern abhängig, die teils selbst keine guten Preise zahlen können, weil ihnen die richtigen kaufmännischen Kenntnisse fehlen, teils sich aber auch die Not der Verkäufer zunutze machen. Dem soll abgeholfen werden! Geplant ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, mit einem Kapital von vorläufig 100 000 M. (später wurde das Kapital auf 125 000 M., wie oben bemerkt, normiert), welche auf rein kaufmännischer Basis beruhen und ihren Sitz in Deutschland haben wird. Der Zweck der Gesellschaft ist, die Landesprodukte Palästinas auf den besten Märkten in Europa zu verkaufen. Die Ausführung ist in der Weise gedacht, dass in Deutschland (Hamburg) die Zentral- und Verkaufsstelle sein soll, und dass die Filiale in Palästina die Einkäufe besorgen würde. Es ist in den beteiligten Kreisen kein Geheimnis mehr, dass man bei der Bearbeitung des palästinensischen Handels noch einen jungfräulichen Boden vorfindet, und dass jeder gut daran tut, bereits frühzeitig dort kommerziell festen Fuss zu fassen. Bei sachgemässer Verwertung der einzukaufenden Produkte wird sich eine gute Rentabilität des zu investierenden Kapitals herauswirtschaften lassen. Mit Rücksicht auf die Konsolidierung des Unternehmens sollen jedoch in den ersten drei Jahren höchstens 4% ige Dividenden verteilt werden. Es kommen in Betracht: Tabak, Mandeln, Sesam, Gerste, Häute, Felle, Wolle, Orangen, Oliven, Oel, Baumwolle, Wassermelonen, ätherische Oele, Knochen, Weizen, Dari, Johannisbrot, Colloquinten, Devotionalien, Esrogim, Rosinen, .Lupinen, Bohnen, Erbsen, Linsen, Seide, Honig, Eukalyptusholz, während die der Erschliessung noch harrenden wertvollen Bodenschätze, als: Phosphat, Asphalt, Schwefel, Kali- und Bromsalze, Petroleum etc. erst einer späteren Periode vorbehalten sind. Durch die von verschiedenen Seiten angebahnten industriellen Anlagen würden dem Exporthandel neue Artikel zugeführt werden; so würden z. B. durch Errichtung von Konservenfabriken nicht transportfähige Orangen, Datteln, Aprikosen, sowie die verschiedenartigsten Gemüse für den Export nutzbar gemacht werden können." JUEDISCHE KOLONIEN. I. Palästina. (Originalbericht.) Zichron-Jacob. Die Kolonie Zichron-Jacob hat sich noch nicht erholt, und wird sich voraussichtlich noch lange nicht von der Krisis erholen, die sie zuerst infolge der Phylloxera ihrer Weinberge und zuletzt durch den Uebergang der Kolonien vom Baron E. de Rothschild an die J. C. A. durchgemacht hat. Speziell wurde der eben erwähnte Uebergang der Kolonie an die J. C. A. für sie von einschneidender Bedeutung, denn von ihm ab datiert erst der wahre Kampf der Kolonisten ums Leben. Nach verschiedenen Kolonisationprojekten, die eines nach dem anderen als ungeeignet verworfen wurden, entschied man sich für eine Art gemischter Wirtschaft.

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