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Altneuland · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. Seite 93

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
[Rezension] / Soskin
Date
1904-03-01
Page
Seite 93 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 93 — langen (ebenfalls nach Wille ocks) Stromes. Die Lösung der Nilquellenfrage im XIX. Jahrhundert bildet den Gegenstand der Einleitung, nach welcher Verf. die Hydrographie des Nil im einzelnen: Umgrenzung, Oberflächengestaltung des Stromgebietes, Niederschläge und ihre Verteilung in ihm, und das Stromsystem in vier vom Verf. angenommenen grossen Sektionen (Nilquelle-Sado, Sado- Chartum, Chartum-Assuan, Assuan-Nilmfmdung) behandelt. Um nur eine Idee davon zu geben, wie ungeheuer gross die vom Nil geführten Wassermengen sind, wollen wir aus Henzes Angaben diejenigen für 1886 herausgreifen, nach welchen die aus den beiden Hauptmündungsarmen des Nil in das Mittelländische Meer ausgeströmte Wassermenge sich auf etwa 77 475,4 Millionen Kubikmeter belief. Da die Gesamtwassermenge des Nil sich auf 121501,3 Millionen Kubikmeter berechnen lässt, so ergibt sich eine Differenz von 44 015,9 Millionen Kubikmeter, die zum grössten Teil zur Bewässerung des Deltas dienen. Wir erfahren weiter, dass die jetzigen zwei Hauptmündungsarme des Nil, der von Damiette und der von Rosette, im Altertum durch sieben jetzt versandete Nilmündungen ersetzt wurden, welche von O. nach W. von den Klassikern als die pelusische, tanitische, mendesische, phatnitische oder bukolische, sebennitische, bolbinitische und kanobische bezeichnet werden; die beiden äussersten waren die bedeutendsten. Verf. schildert des weiteren die wirtschaftliche Bedeutung des Nil als Bewässerungsader und als Verkehrsader. Weiche kolossalen Wassermengen der Strom und seine über das ganze Delta hingeführten Kanäle zur Bewässerung abgeben, kann man aus folgenden Angaben ersehen: Es sind in Aegypten zu Zwecken der Wasserhebung aus den Kanälen ungefähr 60 000 Schadufs, 35 000 Säkijes*) und 3600 Dampfmaschinen mit 29 700 Pferdekräften in Anwendung. Die Gesamtausdehnung der Ländereien Aegyptens, welche das ganze Jahr hindurch mit Wasser versorgt werden, betrug 1897 16 290 qkm. Ganz Aegypten verbraucht in einem Jahre zu seiner Bewässerung eine Wassermenge von 28 671,9 Millionen Kubikmeter, d. i. ungefähr der vierte Teil der mittleren Gesamtwassermenge, welche der Nil bei Assuan führt. Verf. bespricht noch zum Schluss die Schifffahrt auf dem Nil und den Kanälen. Henzes Arbeit ist eine ausserordentlich fleissige Quellenstudie und kann jedermann, der einen allgemeinen Ueberblick über die Hydrographie Aegyptens gewinnen will, empfohlen werden. Soskin. Ronald Ross: Das Malariafieber, dessen Ursachen, .Verhütung und Behandlung. Ins Deutsche übersetzt von P. Mül 1 endorf, Köln. Verlag: Wilhelm Süsserott, Berlin 1904. Herr Müllendorf hat sich durch die Uebertragung dieses Werkchens zweifellos ein grosses Verdienst um die deutsche Kolonisation eiworben. Die Monographie des berühmten englischen Malariaforschers R. Ross verdient nämlich in der Tat die grösste Verbreitung, besonders unter den Kolonisten in malariaverdächtigen Gegenden. Die Schrift enthält eine auch für Laien leicht verständliche und doch umfassende Darstellung des Wesens der Malaria; inder ersten Hälfte erörtert der Verfasser die Aetiologie und die Pathogenese der Seuche, in der zweiten die Therapie, die in „Verhütung" und „Behandlung" zerfällt. Es wäre wünschenswert, dass man dieses nützliche Büchlein auch unseren palästinischen Kolonisten in irgend einer Weise zugänglich machen könnte. Dr. Jung mann. *) Schadufs sind Schöpfeimer und Säkijes Schöpfräder.

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