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Altneuland · 1904-03-01 · Heft 3 (März 1904) · p. Seite 85

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 3 (März 1904)
Article
Einführung von Petroleummotoren nach Palästina [Nachricht]
Date
1904-03-01
Page
Seite 85 (sequence 2)
Language
German
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— 8R - Nack Lage der Verhältnisse darf angenommen werden, dass der Bedarf Jaffas an Bewässerungsmaschinen gedeckt ist, da die Aufstellung eines Motors für kleinere Apfelsinengärten sich nicht empfiehlt. Die grösseren Gärten dürften dagegen sämtlich mit Maschinen versehen sein, und teilweise beziehen die Besitzer kleinerer Gärten das für ihren Bedarf nötige Wasser von dem durch den Motor gehobenen Wasservorrat des Nachbars, so dass ein Motor mehrfach mehrere nebeneinanderliegende Apfelsinengärten gleichzeitig versorgt. Das Orangenfieber bemächtigt sich immer mehr der arabischen Bevölkerung von Palästina. Einige christliche Orangengärtenbesitzer von Jaffa legen jetzt neue Gärten an der Landstrasse Jaffa—Jerusalem an. Manche gehen sogar so weit, dass sie ihre Olivenpflanzungen in Orangenaiilagen verwandeln. Ueber die Bedeutung der Deutschen in Palästina erfahren wir aus einer Zuschrift an die Kölnische Volkszeitung vom 14. Dezember 1903 folgende interessanten Einzelheiten: Palästina und Syrien werden wohl kaum über 5000 Deutsche beherbergen; nehmen wir noch 10 000 Deutsche, welche im übrigen türkischen Reiche zerstreut leben, so kommen wir auf 15 000 Seelen. Der deutsche Handel und deutsches Gewerbe haben in den letzten 25 Jahren einen ungeahnten Aufschwung, besonders in Palästina, zu verzeichnen. In Haiffa besteht eine von Deutschen geführte Seifenfabrik, ein bedeutendes Export-, Import-, Kommissions¬ und Bankgeschäft (ausser mehreren kleineren, sehr gut gehenden Geschäften. D. Red.) fn letzter Zeit ist ebenfalls von mehreren Deutschen eine Zementziegelfabrik errichtet worden, welche eben ihre ersten Erzeugnisse auf den Markt bringt. Als Weinproduzenten in grösserem Massstabe, welche besonders viel Wein nach Aegypten und auch nach Europa versenden, sind Vizekonsul Keller und der deutsche Winzerverein zu nennen. Aegyptische Baumwolle. Baumwolle gehört zu denjenigen Erzeugnissen, um deren Einführung und Ausdehnung in Palästina wir uns angelegentlichst bemühen müssen. Es werden jetzt hier und da in Palästina kleine Baumwollfelder angetroffen, die gar wenig in Betracht kommen. Die für diese Kultur geeigneten Gebiete sind aber in Palästina sehr bedeutend. Wir weisen nur auf die grosse Jordansenke hin, das Ghor, welches fruchtbaren Boden, ein trockenes Klima und viel Wasser besitzt Es liegt auf der Hand, dass die Verhältnisse des klassischen Baumwolllandes, Aegypten, des nächsten Nachbargebietes Palästinas, zuerst zum Studium und zu einem Vergleiche herangezogen werden müssen. Wir bringen hierüber im nachfolgenden einen Auszug aus dem Berichte des landwirtschaftlichen Sachverständigen beim deutschen Generalkonsulat in Kairo, Dr. A. Pre}^ei\ Seit vielen Jahren ist der Preis der Rohbaumwolle auf dem Weltmarkt nicht so hoch gewesen, wie im vergangenen Sommer. Die unmittelbare Veranlassung zu diesem aussergewöhnlich hohen Preisstand auf dem Baumwollmarkt gaben die mit Glück durchgeführten grossen Börsengeschäfte mehrerer amerikanischer Spekulanten. Die eigentliche Ursache der plötzlichen Wertsteigerung' der Rohbaumwolle und gleichzeitig der Grund des Gelingens jener Haussespekulationen beruht jedoch darauf, dass die Ausdehnung des Kulturareales der Baumwollstaude mit der Zunahme der Baum Wollindustrie nicht gleichen Schritt gehalten hat. Es musste so der Zeitpunkt kommen, in welchem die voi hau denen unzureichenden Baumwollvorräte der sich steigernden Nachfrage nicht mehr genügten, und die Folgen davon, Arbeitseinschränkung' und sogar Schliessung vieler Baumwoll-

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