Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 3 (März 1904)
- Article
- Zur Begründung des Kommissionsvorschlages
- Date
- 1904-03-01
- Page
- Seite 71 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— 71 - Was die Rentabilität der Anlage betrifft, so kann nach den verschiedenen Angaben und Erfahrungen in Palästina selbst mit ca. 300 Frcs. per Hektar Reinertrag im zehnten Jahre der Anlage gerechnet werden, d. i. 3 Frcs. durchschnittlich per Baum. Später könnte man auch, immer rationelle Kultur vorausgesetzt, auch einen Ertrag von 500 Frcs. per Hektar, d. i. 5 Frcs. per Baum erreichen. Wir lassen hier die verschiedenen Angaben über höhere Erträge, etwa 8, 10, ja sogar 15 und 20 Frcs. per Baum unberücksichtigt, da es eben Angaben über einzelne besonders reich tragende Bäume sind, nicht aber Durchschnittserträge für viele Hektare und verschieden günstige Ernten. Bleiben wir auch nur bei einem Durchschnittsertrage von 3 Frcs. per Baum, so berechnen wir, im Falle der Bepflanzung der gesamten Flächen, die momentan mit dem Gelde des Nationalfonds erworben werden können, cl. i. ca. 3000 ha, einen Ertrag von 3000 ha ä 100 Bäume ä 3 Frcs. 900 000 Frcs., dies natürlich, nachdem die Pflanzungen ihr 15. Jahr erreicht haben werden. Welch grosses, dauernd verfügbares Vermögen erwirbt auf diese Weise das Volk! DIE DORFSCHULE IN PALASTINA. Von Dr. Heinrich Loewe. So wie man in Palästina kolonisiert hat, ohne vorher die Bedingungen der Siedelung zu studieren, so hat man das Schulwesen in diesem jüdischen Kolonialgebiete eingerichtet und fortgeführt, ohne vorher das Ziel der Schule genau festzustecken und die Wege dahin sorgfältig zu bestimmen. Von einem einheitlichen Lehrplan, der an den Erfahrungen anderer Nationen gelernt hätte, konnte keine Rede sein. Das eine war gewiss: man wollte eine nationale Schule und suchte diesen Willen auszuführen, soweit nicht andere Einflüsse von ausserhalb und oberhalb in anderer Richtung wirkten. Erst in jüngster Zeit hat eine palästinische Lehrerkonferenz in Sichron-Jacob dem Bedürfnis nach einem einheitlichen, auf allgemein pädagogischen und jüdisch-nationalen Grundsätzen aufgebauten Lehrplan Ausdruck verliehen. Es ist aber selbstverständlich, dass die Vereinheitlichung des Lehrplanes nicht so weit gehen darf, die durch die Verhältnisse naturgemäss gegebenen Verschiedenheiten ganz verschwinden zu xnachen. Man wird nicht umhin können, den Unterschied