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Altneuland · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. Seite 63

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
Die Ausgrabungen auf dem Kasr-Hügel zu Babylon [Nachricht]
Date
1904-02-01
Page
Seite 63 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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- 63 — Grabung aufragen, und dass von den die Wände zierenden fast lebensgrossen Tierabbildungen nicht weniger als 152 wieder sichtbar geworden sind, während gewisse Anzeichen darauf führen, dass es ursprünglich etwa 495 waren. Die Statue Salmanassars II. Nach einer Meldung der „Köln. Ztg." aus Bagdad ist bei den deutschen Ausgrabungen eine Statue von Salmanassar II. mit zahlreichen Inschriften entdeckt worden. Der Kopf und die linke Seite sind beschädigt. Die Skulpturen des Schlosses M'schatta, die vom Sultan dem Kaiser Wilhelm II. geschenkt wurden, sind, in 422 Kisten verpackt, auf einem Elbkahn in Berlin eingetroffen und zunächst in den unteren Räumen des Kaiser Friedrich - Museums untergebracht worden. Es handelt sich bekanntlich um die Skulpturen von den Fassaden des Schlosses M'schatta, dessen Ruinen an der Pilgerstrasse von Damaskus nach Mekka, drei Tagereisen östlich von Jerusalem, liegen. Das Interesse des Kaisers an dem Bauwerk war zuerst durch Photographien eiregt worden, und als der Sultan von diesem Interesse hörte, machte er die Skulpturen dem Kaiser zum Geschenk, der sie wiederum dem genannten Museum überwiesen hat. Die Abtragung und den Transport leitete Dr. Schumacher in Haifa. In Beirut wurden die Kisten nach Hamburg verschilft. Ueber den künstlerischen Wert der Sachen hat sich Dr. Friedrich Sarre, der jetzt mit einer grossen Publikation über die Baudenkmäler aus der Zeit der Sarseniden beschäftigt ist, in einem Gutachten ausgesprochen, wonach das M'schatta-Schloss wahrscheinlich von König Chosro II., einem Zeitgenossen^ des Propheten Mohammed, erbaut worden ist. Eine amerikanische Expedition nach Mesopotamien. Die letzte Nummer der amerikanischen Monatsschrift „Biblia" meldet, dass die amerikanische Gesandtschaft in Konstantinopel dem Prof. Harper von Chicago Universitj^ die offizielle Mitteilung telegraphiert hat, dass der Sultan die Erlaubnis für amerikanische Ausgrabungen in Zentral-Babylonien gegeben hat. Prof. Harper war im August in Konstantinopel und hatte für die Chicago Universit}' eine Expedition nach den Ruinen von Bismya beantragt. Der jetzt erlassene Firman verlangt, dass innerhalb dreier Monate das Terrain von den Amerikanern belegt werde; mit der Arbeit selbst braucht damit noch nicht begonnen zu werden. Prof. Harper ist bereits dahin abgereist: seine Expedition ist durch einen Freund der Chicago Universität auf 10 Jahre subventioniert. Die Lage von Bismya ist durch die Beduinenstämme geiährdet; die türkische Regierunghat zwar auch militärischen Schutz versprochen, doch hofft der Leiter der amerikanischen Expedition durch Anwerbung der feindlichen Araber als Arbeiter die Gefahr am besten zu beseitigen. Bisnrya liegt an dem ausgetrockneten Bett des alten Shatt-on-Nil-Kanals in Zentralbabylonien. Die Autoritäten sind einig darüber, dass die Ruinen von Bismya auf eine alte Stadt von grosser Bedeutung schliessen lassen. Die Inschriften erzählen von einer gewaltigen zentralbabylonischen Stadt „Isin" oder „Nisin" und man glaubt, dass diese Stadt, die um 4000 v. Chr. schon bedeutend war und um 2500 v. Chr. über Babylonien herrschte, mit den Ruinen von Bismya identisch ist. Frisches Wasser ist nur in einer Entfernung von zwei Stunden zu haben; das erste Werk der Amerikaner wird sein müssen, die Wasserversorgung durch täglich verkehrende Eselskarawanen einzurichten. Prof. Harper ist in babylonischer Ausgrabungstätigkeit erfahren, da er ein Mitglied der grossen Nippur-Expedition der Penns}dvania University gewesen ist.

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