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Altneuland · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. Seite 62

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
Die Bevölkerung Jerusalems [Nachricht]
Date
1904-02-01
Page
Seite 62 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 62 — Ausserdem umfassen die Karaiten nur wenige Familien. Die angeführten Zahlen beruhen auf annähernden Schätzungen, da eine genaue Statistik noch nicht existiert. Ueber die jüdischen Kolonien Palästinas brachten Petermanns Geographische Mitteilungen einen längeren Aufsatz aus der Feder des türkischen Ouarantänenarztes von Jaffa Dr. Saad, der im allgemeinen richtige, wenn auch nicht vollständige Angaben über den Zustand der Kolonien macht. Besonders ausführlich spricht Dr. Saad über die Weinkellereien von Rischon-le-Zion. Freilich irrt er sich, wenn er angibt, dass in ihnen jährlich nur 3000000 kg Trauben verarbeitet werden. Diese Menge Trauben würde 20000 Hektoliter Wein entsprechen, während im letzten Jahre schon 48000 Hektoliter Wein hergestellt wurden. Hierbei gelangte ein bedeutender Teil Trauben von Rehoboth und Katra nicht nach Rischon, da er an Ort und Stelle sei es zu Wein, sei es zu Alkohol verarbeitet wurde. Dr. Saad äussert sich zum Schluss, dass „bei ausgedehnter Besiedlung aus Palästina sich ohne Zweifel wiederum ein fruchtbares Land machen Hesse, das den ihm in der Bibel beigelegten Namen des „gelobten Tandes" vielleicht nochmals zu Ehren bringen könnte". Archäologisches. Die Ausgrabungen in Kala'at Schirgat, dem Ruinenhügel, der die Ueberreste von Assur birgt, haben an mehreren Punkten eingesetzt. Dabei wurden eine beträchtliche Anzahl beschrifteter Ziegel sowie Steininschriften gefunden, in denen die Paläste und sonstige Baulichkeiten von nicht weniger als 7 assyrischen Herrschern erwähnt werden aus der Zeit von etwa 1500 bis 670 v. Chr. Mehrere Zimmer eines Baues, sehr wahrscheinlich eines Palastes Asurnazirpals (9. Jahrh. v. Chr.), sind bereits freigelegt. In einem derselben fanden sich schöne emaillierte Fliesen mit Palmetten in schwarzweiss und gelb bemalt. Von besonderm Interesse st auch die Auffindung mehrerer Alabastergefässe, die nach der darauf angebrachten Keilinschrift zur Aufnahme von heiligem (?) Oel bestimmt waren und dem Schatz des Königs Abdimilkut von Sidon angehört hatten, aus dem sie 676 durch Asarhaddon als Kriegsbeute nach Assyrien entführt worden sind. Ein Aufsatz von Prof. Delitzsch in den Mitteilungen der Deutschen Orientgesellschaft führt kurz alles auf, was bisher aus den Keilinschriften über die Geschichte der Stadt Assur und ihre Tempel und Paläste zu entnehmen ist. In dieser Zusammenstellung interessiert besonders der Hinweis auf die Erwähnung der Stadt Assur in der vielgenannten Gesetzsammlung des babylonischen Königs Hammurabi {um 2250 v. Chr.), also zu einer Zeit, aus der wir bisher sonst noch gar nichts über die Stadt wissen. Die Ausgrabungen auf dem Kasr-Hügel zu Babylon zeigen nach einem dem Heft 19 der Mitteilungen der Deutschen Orientgesellschaft beigegebenen Plan ihres jetzigen Standes den mächtigen Fortschritt, der seit dem letzten zusammenfassenden Bericht der Gesellschaft über die Freilegung der üeberreste von Nebukadnezars Palastanlage erreicht worden ist. Grössere Teile der Prozessionsstrasse und vor allem das gewaltige', mit prächtigen Stier- und Drachen- Darstellungen, teilweise in farbiger Ziegelglasur, geschmückte Tor der Göttin Istar im Zuge jener Strasse sind jetzt aufgedeckt. Eine Vorstellung von der Grösse dieses Tores gewährt die Angabe, dass die nur noch in ihren untern Teilen erhaltenen Ruinen nach ihrer Freilegung bis zu 16 m Höhe aus der Tiefe der

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