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Altneuland · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. Seite 58

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Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
Über die Eignung der Juden für den landwirtschaftlichen Beruf [Nachricht]
Date
1904-02-01
Page
Seite 58 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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— 58 - II. Russland. Ueber die Eignung der Juden für den landwirtschaftlichen Beruf äusserten sich nach der „Times" sieben russische Gouverneure in folgender Weise: Der Gouverneur von Mohilew begnügt sich damit, statistische Daten zu geben, während der Gouverneur von Podolien behauptet, dass die Juden nur im Herbst bei der Einbringung des Getreides und der Gemüse helfen, das übrige aber den christlichen Bauern überlassen; 60 Prozent der Juden hätten bereits die Kolonien verlassen und widmeten sich ausschliesslich dem Handel und der Industrie, der Versuch, aus den Juden Landbebauer zu machen, sei daher ein vergeblicher. Der Gouverneur von Wilna drückt sich ähnlich aus, er scheint aber die Verhältnisse nicht genau zu kennen, denn er spricht von 72 jüdischen Kolonien, während es derer nicht mehr als 30 gibt. Andererseits erklärt der Gouverneur von Minsk, dass sich der jüdische Landarbeiter von dem christlichen nur durch die Religion unterscheide. Der Gouverneur von Jekaterin oslaw meint, dass die Juden als Landwirte nur deshalb nicht prosperiert hätten, weil man ihnen zu wenig Land gegeben habe, infolgedessen die Juden andere Beschäftigung suchen mussten. Er habe verschiedene jüdische Kolonien besucht und alles war so gut, wie man es nur erwarten konnte. Die Judenfrage könnte daher leichter gelöst werden , wenn man das System der landwirtschaftlichen Kolonien besser organisiere und erweitere. Nach dem Gouverneur von Cherson mieden die Juden zuerst die Kolonien, aber nachdem die Methoden verbessert worden waren., wurde der Plan populär. Im Jahre 1889 waren 68 Prozent und 1898 schon 73 Prozent der jüdischen Bevölkerung nur in der Landwirtschaft beschäftigt; 19 Prozent vereinigte mit der Land wir tschaft Handelsunternehmungen, während 2 Prozent nur Handel trieben. Der Gouverneur zweifelt nicht an der Fähigkeit der Juden, das Land zu bebauen und er meint, dass die Bemühungen der Juden in dieser Richtung unterstützt werden sollten. Dieser Bericht ist um so bemerkenswerter, als der Gouverneur von Cherson bekannt ist als starker Antisemit. NEUE LITERATUR. Lazar Felix Pinkus: Palästina und Syrien, Untersuchungen zur Wirtschaftspolitik, Mit einer Vorrede von Dr. D. Pasmanik, Genf 1903. Verlag der Zionistischen Monatshefte, XXIII u. 194 S., gr. 8°. Ein Werk über Palästina, von einem Zionisten geschrieben, gehört noch zu den Seltenheiten. Liest man nun das vorliegende Buch, so wird man schier dazu verleitet, diese Seltenheit für nicht selten genug zu halten. Verf. bekundet in dem Vorwort, dass die Studien, die er in diesem Werke der Oeffentlichkeit übergibt, anfangs nur der eigenen Belehrung, der persönlichen Wissensbefriedigung gewidmet waren. 2 Jahre dauerten seine Vorstudien und brachten ihm bei, dass es eigentlich nur zwei Werke gibt, die sich mit den Dingen befassen, die ihn interessierten: Baedekers „Palästina und Syrien" und Vera ey etDambmanns „verdienstvolles" Werk „Les puissances etrangeres dans le Levant, en Syrie et en Palestine". Aber diese Werke boten ihm nicht das Gewünschte: das eine berücksichtigt mehr die geschichtlichen Momente, das andere behandelt die Materie von einem französisch-europäisch-politischen Sonderstandpunkt, ausserdem sei dem Stoffe eine grosse Breite und Unübersichtlichkeit verliehen worden. Und so beschloss Verf. auf Grund des genauen, ja zu genauen Studiums dieser Werke

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