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Altneuland · 1904-02-01 · Heft 2 (Februar 1904) · p. Seite 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 2 (Februar 1904)
Article
Der Kampf gegen die Malaria
Date
1904-02-01
Page
Seite 46 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 46 — Dünste entstehe, die sich besonders zur heissen Jahreszeit aus den mit verfaulenden organischen Substanzen erfüllten Sümpfen erheben,. Diese Anschauung hat sich Jahrhunderte lang erhalten und, erschien so sehr über allen Zweifel erhaben, dass die geistreiche Beobachtung von Lancisi, die in seinem 1718 erschienenen Werke „De noxiis paludum effruviis" niedergelegt ist, keinen Anklang fand. Lancisi hat richtig erkannt, dass eine Mücken(art für die Verbreitung der Seuche verantwortlich ist und dass die Sümpfe nur insofern unheilvoll mitwirken, als sie den Insekten zur Brutstätte dienen. Er ist allerdings der irrigen Meinung, dass die Giftstoffe, die die Tierchen aufnehmen und verbreiten, aus dem faulenden organischen Material der Sümpfe stammen; er hält es aber andererseits nicht für ausgeschlossen, „dass auch belebte Körpercheri, von den Insekten in die Wunden, die sie erzeugten, eingebracht werden könnten." Die endgiltige Lösung der Frage über die Aetiologie der Malaria war der modernen Bakteriologie vorbehalten. Nachdem La v er an (1881) den Erreger der Krankheit als ein amöboides Lebewesen, das Plasmodium oder Haematozoon malariae, beschrieben hatte, konnte die Forschung auf geradem Wege zu einer sicheren Erkenntnis ihres Wesens vordringen und dadurch auch die geeigneten Mittel für ihre Bekämpfung gewinnen. Heute gilt nunmehr als unumstössliche Tatsache, dass der L a ve r an sehe Parasit als die unmittelbare Ursache für die Entstehung der Malaria anzusehen ist. Die Infektion erfolgt weder durch die Ausdünstungen stagnierender Gewässer, noch überhaupt auf dem Wege der Einatmung. Auch nicht durch die Berührung eines Kranken oder seiner Exkremente wird die Ansteckung verursacht, sondern lediglich durch die Aufnahme infizierten Blutes in den Blutstrom eines gesunden Menschen. Die Rolle des Vermittlers spielt bei diesem Vorgange, wie schon Lancisi gesehen hat, eine Stechmücke, nämlich das zur Klasse der Mosquitos gehörende Arnopheles, das sich von seinen, Verwandten äusserlich durch die gefleckte Farbe seiner Flügel unterscheidet. Eine Verwechselung wäre nur möglich mit dem ebenfalls gefleckten Culex anulatus. Indessen ist doch der Unterschied leicht erkennbar. „Die Culex erscheinen buckelig, Kopf und Rüssel sind nach vorn gebeugt, der Hinterleib

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