Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Gründung einer Orientalischen Fakultät bei der französischen Universität in Beirût [Nachricht]
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 31 — Diplom über seine abgelegten Studien. Ein Diplom als Doktor der Orientalischen Fakultät ist vorgesehen für diejenigen Hörer, welche im Besitze des Abgangs- Diploms sind und eine geschriebene Dissertation einreichen und verteidigen. Sollten sich genügend fremde Hörer einfinden, so ist die Schaffung eines Pensionshauses für sie in Aussicht genommen. Die einzelnen Fächer sind berufenen Männern anvertraut, so z. B. die Geographie dem ausgezeichneten Pater Lammens. Das Deutsch-evangelische Institut für Altertumsforschung. Sonntag, 15.November 1903, fand in Jerusalem die Eröffnungsfeier desDeutschen evangelischen Instituts für Altertumsforschung des heiligen Landes zu Jerusalem statt. Neben den deutschen Protestanten waren nicht nur die deutschen Katholiken vertreten, auch die Franziskaner, Dominikaner, Assumptionisten hatten ihre Zuhörer gesandt; ferner waren anwesend Griechen und Armenier, englische und amerikanische Protestanten, Mitglieder der deutschen Templergemeinde und endlich auch Juden: Also fast alle Religionsgesellschaften und Nationen, die sich hier in Jerusalem befinden, waren zugegen. Gegen 4 Uhr eröffnete der Direktor des Instituts, Dr. G. Dalman, Professor an der Universität Leipzig, die Versammlung. Er zeigte zunächst in seinem Vortrage, dass die nähere Veranlassung zur Gründung dieses Instituts auf die Anwesenheit des Kaisers im heiligen Lande im Jahre 1898 zurückzuführen sei. Im Jahre 1900 sei dann das Institut gegründet und im folgenden Jahre (1901) vom Kaiser bestätigt worden. Der Vorsteher des Instituts wird vom Kaiser selbst ernannt. Neben dem Vorsteher hat das Institut noch einen Mitarbeiter und sechs Stipendiaten. Von letzteren ist bis jetzt nur einer hier. Der Zweck und die Aufgabe des Instituts sind Forschungen im heiligen Lande, Studium der Bibel und der orientalischen Sprachen. Diese Studien seien aber nicht Selbstzweck, sondern sie sollten dazu dienen, Vergleiche anstellen zu können zwischen jetzt und dem Altertume, „wo wir schon die Fussstapfen Gottes finden", zwischen der Profanliteratur und der Bibel, „dem Organ der göttlichen-Offenbarung". Einen zweiten Vortrag hielt Dr. Max Lohr, Professor an der Universität Breslau, derzeitiger Mitarbeiter des Instituts, über Babel und Bibel. Er nimmt seinen Standpunkt gegen Fr. Delitzsch. Zum Schlüsse erhob sich der deutsche Konsul Dr. Schmidt und gab der Freude Ausdruck über das Wachsen des Deutschtums und speziell der deutschen Wissenschaft im heiligen Lande und schloss mit einem Hoch auf deren besonderen Gönner und Förderer, den deutschen Kaiser. Die Versammlung war glänzend. Der Herbstkursus des Instituts schliesst am 15. Januar. Folgende Vorlesungen werden in dieser Zeit gehalten: 1. Palästinisch-arabische Volkssitte mit biblischen Parallelen, Prof. Dalman; 2. Geographie Palästinas, Prof. Lohr; 3. Neuarabische Lektüre (Palästinischer Diwan von G. Dalman), Prof. Dalman. An den Samstagen werden in der Regel kleine Ausflüge unternommen. Archäologisches aus Palästina. Die Ausgrabungen in Tell-el-Mutesellim. No. 20 der Mitteilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft bringt in der Hauptsache Berichte über die von der Deutschen Orient-Gesellschaft unterstützten Ausgrabungen, die der Deutsche Verein zur Erforschung Palästinas in der Ebene Jezreel, näher in dem Ruinen-