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Altneuland · 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 1 (Januar 1904)
Article
Jemeniten als Arbeiter in den Kolonien [Nachricht]
Date
1904-01-01
Page
Seite 27 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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— 27 — tischen Juden in den Kolonien als Arbeiter an Stelle der Araber verwenden zu lassen. Der von den Jemeniten eingesetzte Ausschuss für Arbeitsnachweis erliess in der Zeitung- „Haschkafa" einen Aufruf, in dem die Jemeniten vor dem Hausieren und Betteln gewarnt werden und die Allgemeinheit aufgefordert wird, dieselben in ihrer gewohnten Lebensweise nicht zu unterstützen. Lehrermangel. In den letzten Monaten wird ein starker Mangel an Lehrkräften für die Kolonieschulen empfunden. Hilfslehrer, die früher ein Gehalt von 40—50 Frcs. monatlich erhalten hatten, werden jetzt mit 100—120 Frcs. honoriert. "Wenn auch dieser steigende Bedarf einerseits sehr erfreulich ist, so führt er andererseits dazu, dass ungeeignete Lehrkräfte mit herangezogen werden müssen. Gute Lehrer haben demnach Aussicht, in den Kolonien lohnende Beschäftigung zu finden, und ein Lehrer-Seminar, welches den Lehrern die nötige Ausbildung liefern würde, wird zu einem Bedürfnis. Neue Steuern. Das Rin-ivieh, für welches bis nun keine Abgaben geleistet wurden, soll mit 7 Piaster per Kopf besteuert werden. Das erste Paar bleibt steuerfrei. Auch steht eine Kopfsteuer bevor, richtiger Einkommensteuer, deren Höhe sich zwischen 5 und 1000 Piaster, je nach dem Einkommen des Steuerpflichtigen, bewegen wrird. Die Fellahen und Kolonisten werden, wie es verlautet, 5 Piaster per Kopf zahlen, die Kaufleute im Verhältnis zu ihrem Einkommen. Das Weingeschäft in Haifa wird nunmehr von der Zweigniederlassung der Gesellschaft „Karmel", Abteilung für den Orient, betrieben werden. Bis jetzt wurde dort der Wein der jüdischen Kolonien von einer in Plaifa ansässigen Firma verkauft. In Jessod-Hamaalah kam es aus geringfügigen Gründen zu einem Gefecht zwischen den Kolonisten und den benachbarten Arabern. Ein Jude wurde verwundet und verschied einige Stunden darauf. Es ist zu erwarten, dass die blutige Tat von den Behörden in gebührender Weise bestraft wird. Kafr-Sabä. Der Boden von Kafr-Sabä, der der Jewish Colonization Association gehört, soll an die Kolonisten von Pethach-Thikwah bei 16jähriger Amortisation des Kaufpreises verkauft werden. Die Kolonie Kastinieh (Bir-Tubia) scheint sich in einer derartig schweren Notlage zu befinden, dass sie allmählich von ihren Einwohnern verlassen wird. Es ist ungemein interessant, einmal die Geschichte der Entwickelung und die Ursachen des Verfalles dieser von den Hovevei-Zion mit soviel Hoffnungen gegründeten Kolonie kennen zu lernen. Wir werden darüber bei einer anderen Gelegenhheit Näheres berichten. Vorläufig nur die folgenden Tatsachen. Bis jetzt verliessen die Kolonie 13 zum Teil verheiratete, zum Teil ledige junge Leute. Jetzt wandern noch weitere zwei Familien aus, die man als Musterkolonisten angesehen hatte. Sie sind schon seit vielen Jahren im Lande ansässig. Die Lage ist derart schlecht, dass ein grosser Teil der Kolonisten ihr Arbeitsvieh verkauften und zur Bearbeitung der Felder im vorigen Jahre bei den Arabern Ochsen mieten mussten. Nur wenige Kolonisten besitzen das Inventar, welches sie bei der Installierung erhalten hatten. Es sind jetzt nur noch 15 Kolonisten in der Kolonie geblieben,*) denen es schwer fällt, die Gemeindelasten allein zu tragen. *) Die ursprüngliche Zahl der hier angesiedelten Familien war 15, durch Heirat der erwachsenen Söhne und Spaltung der grösseren Familien entstanden schon daraus bald 23 bis 25 Familien. D. Red.

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