Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Die Bagdadbahn [Nachricht]
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 26 — Wir werden in einem Spezialartikel auf die wirtschaftliche Bedeutung der Bagdadbahn zurückkommen. Hier seien nur einige Tatsachen angeführt. Die Bagdadbahn, eine Fortsetzung der Anatolischen Bahn, stellt den Landweg zwischen Europa und Indien her. Sie wird, insbesondere nach Herstellung der geplanten Bosporusbrücke, die bedeutendste Weltverkehrsstrasse werden, auf der man in 15 Tagen von Tonking nach Paris, in 13 Tagen von Kalkutta nach Hamburg wird gelangen können. Aber auch ohne Verwirklichung der Ueberbrückung des Bosporus wird die Reisedauer von Europa nach Shanghai auf 38 Tage, nach Bombay auf 14 Tage abgekürzt werden und die Fahrt um 270 Frcs. billiger werden, als sie jetzt ist. Die Gesamtlänge der Hauptlinie ist 2176 km, mit Zweiglinien 2400 km. Das gesamte, für den Bau erforderliche Kapital, wird auf annähernd 350 Millionen Mark veranschlagt. Anatolische Eisenbahnen. Der seitens der Pforte garantierte Zuschuss pro Kilometer für 1903 wird, wie der „Frkf. Ztg." gemeldet wird, bei der Stammlinie Haidar-Pascha-Angora etwa 100 000 Ltq. (4054 Ltq, im Vorjahre), bei derLinie Eski-Schehir-Konia die volle- Garantiesumme (131 744 Ltq. im Vorjahre) erfordern. Die anatolischen Bahnen hatten bis zum 25. November ein Mindererträgnis von 2 606 177 Frcs. gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres zu verzeichnen. Der Eisenbahngesellschaft wurden von einer englischen Firma drei Dampf er geliefert, die den Frachten-Verkehr zwischen Konstantinopel und Haidar-Pascha, dem Anfangspunkt der anatolischen Bahn, vermitteln werden. JÜDISCHE KOLONIEN. I. Palästina. Anglo-Palestine Company. Der Direktor der A. P. C. hat an den Verwaltungsrat des Jewish Colonial Trust in London und an das Wiener Aktions- Komitee den Vorschlag gerichtet, den Kolonisten langfristige Kredite, auf eine Dauer von 28 Jahren zu gewähren. Zur Sicherung der Anleihen sollen Grundstücke und Gebäude hypothekarisch beliehen werden. Nach vorangehenden Unterhandlungen mit den Kolonisten beschloss die A. P. C., nur mit Genossenschaften von Kolonisten in geschäftliche Verbindung zu treten. Die erste Genossenschaft, bestehend aus 25 Genossen, wurde in Pethach-Thikwah begründet. Die Genossenschaft haftet für ihre Mitglieder. Acht Orangengärtenbesitzer von Pethach-Thikwah erhielten von der Anglo Palestine Company auf Grund gegenseitiger Bürgschaft eine Anleihe von 40000 Frcs. Bodenankäufe für die Arbeiter. Der mit den Geldern des „Arbeiterfonds" des russischen Komitees der Hovevei-Zion von Odessa an der Grenze von Wadi-el-Chanin angekaufte Boden wurde parzelliert und unter die Arbeiter verlost. Demnächst soll auch der an der Grenze von Pethach-Thikwah belegene „Arbeiterboden" parzelliert werden. Nur in Galiläa sind noch die Vorbereitungen für eine Arbeiteransiedelung nicht getroffen worden. Jemeniten als Arbeiter in den Kolonien. Die neu geschaffene Organisation der palästinischen Juden in Jaffa (Waad Hamerkaz) gibt sich Mühe, die jemeni-