Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Syrische Bahnen : Rayak-Höms-Hamâ-Linie [Nachricht]
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Mentioned entities
- Aleppo 1× ep/1047811
- Beirut 1× ep/1047833
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— 25 - Rayak—Horns—Hamä-Linie. Im Herbst 1902 ist die Station Rayak der Beirut—Damaskus-Bahn mit den Städten Horns und Hama, den Mittelpunkten der getreidereichen Orontesebene, durch eine 188 km lange Eisenbahn verbunden worden. Sie soll später nach Norden bis Aleppo, nach Süden über Rascheja, Hasbeja, Nazareth und Nabulus bis Jerusalem verlängert werden. Der Bau dieser Bahn wurde 1901 in Angriff genommen und so schnell ausgeführt, dass die ganze Strecke Rayak—Hama im Oktober 1902 dem Betriebe übergeben werden konnte. Sie soll später an die Konia—Bagdad-Linie angeschlossen werden und ist deshalb normalspurig. Es sind mit der neuen Linie bereits erhebliche Getreidemengen aus der Gegend von Horns und Hama, welche früher mit Kamelen nach Tripolis transportiert wurden, nach Beirut befördert und nach Einlagerung nach Bedarf von dort aus verschifft worden. Die Bagdadbahn. Am 14. Dezember 1903 fand in Konstantinopel die konstituierende Versammlung der Bagdadbahngesellschaft statt. Die türkische Regierung stellte genügende Unterpfänder für die Kilometergarantie, und das in weiten Kreisen schon längst mit grossem Interesse verfolgte Projekt wurde um ein bedeutendes "Stück vorwärts gebracht. Die Konzession ist nun von der Anatolischen Bahngesellschaft, die schon mit dem Bau der Teilstrecke Konia-Eregli vor der Konstituierung der neuen Gesellschaft begonnen hatte, auf die Societe der Bagdadbahn übertragen worden. Bekanntlich konnten längere Zeit die Auseinandersetzungen zwischen den •deutschen und französischen Finanzgrnppen zu keinem Abschluss kommen. Es handelte sich um die Höhe der beiderseitigen Kapitalbeteiligung. Ursprünglich war die deutsche Gruppe mit 60 %, die französische Gruppe mit 40 °/0 des Anlagekapitals an dem Geschäfte beteiligt. Die deutsche Gruppe verfügte nicht nur über die Mehrheit, sondern hatte auch die Leitung des Unternehmens in der Hand. Nunmehr ist in diesem Verhältnis eine Aenderung eingetreten. Eine jede der beiden Gruppen hat 10% Beteiligung an österreichische, schweizerische, italienische und türkische Kapitalskreise abgetreten, so dass in Zukunft einschliesslich des Anteils der anatolischen Eisenbahngesellschaft nur 50 °/0 des Geschäftes der deutschen Gruppe, 30 °/0 der französischen und 20 °/0 den Finanzgruppen anderer Länder zufallen. Die deutsche Gruppe wird demnach nicht mehr über die Mehrheit des Aktienkapitals verfügen, kann allerdings von der anderen Seite auch nicht majorisiert werden. Der Bau der ersten Teilstrecke der Bagdadbahn wird seitens der Pforte durch eine türkische Anleihe von 50 Millionen Franken ermöglicht, welche ein unter Führung der Deutschen Bank, der Ottomanbank, des Wiener Bankvereins und der Schweizer Kreditanstalt stehendes Syndikat übernommen hatte. In Frankfurt a. M. konstituierte sich eine Baugesellschaft, als Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit einem Kapital von 3 Millionen Mark, welcher von •dem grossen Konsortium, das sich die Realisierung der Bagdadbahn von Konia bis zum Persischen Golf zum Ziel gesetzt hat, der Bau der ersten 200 km langen Teilstrecke der Bagdadbahn Konia —Eregli übertragen wurde. Wie schon oben erwähnt wurde, ist der Bau dieser Teilstrecke, welcher einen Aufwand von rund 43 Millionen Mark erfordert, bereits vor einiger Zeit begonnen worden, und es wird die Finanzierung der Baukosten auf Grund der oben erwähnten Anleihe erfolgen.