Altneuland
- Journal
- Altneuland
- Volume
- 1 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Die Hedschasbahn (Damaskus-Mekka) [Nachricht]
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Mentioned entities
- Beirut 2× ep/1047833
- Haifa 1× ep/1047930
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— 24 — zweigung Der'ät—M'zerib, der Endstation der französischen Hauränbahn). Zur Zeit (September 1903) ist die Bahn bis zur Station Ziza (267 km von Damaskus, 154 km von M'zerib) fahrbar und bis 'Amman (223 km von Damaskus, 114 km von M'zerib) in Betrieb. Abgesteckt ist sie bis Ma'an (480 km von Damaskus, etwa 125 km von der Nordspitze des Meerbusens von Akaba). Die bisher gebaute Strecke von 370 kmr die 252 Brücken und einen Tunnel enthält, stellt ungefähr ein Drittel des Weges von Damaskus nach Medina dar und ist bei einer Bauzeit von 29 Monaten eine sehr bemerkenswerte Leistung, besonders da die Materialzufuhr erschwert ist. Die Einnahmen des Baufonds, der grundsätzlich aus freiwilligen Beiträgen der Mohammedaner, zum Teil allerdings auch durch die Erträgnisse einiger eigens dazu geschaffener Abgaben und einiger Finanzoperationen gebildet wird, ergaben nach türkischen Blättern bisher 103 346 542 Piaster (d. i. gegen 19 Millionen Mark), darunter fast 2/3 von freiwilligen Beiträgen herrührend; die Ausgaben betrugen 56 540 773 Piaster (d. i. 10,4 Millionen Mark). An rollendem Material sind türkischen Quellen zufolge bisher 18 Lokomotiven und 153 Waggons beschafft und 20 weitere Waggons bestellt worden. Mit dieser Meldung des Kaiserlich deutschen Konsulats in Beirut über den Fortgang der Hedschasbahn stimmen folgende Angaben des palästinischen Korrespondenten der „Kölnischen Volkszeitung" nicht ganz überein. Danach gingen die Arbeiten zwar rasch voran, so dass aber jetzt nur gegen 100 km ausgebaut sind und von der Lokomotive befahren werden. Bis jetzt war man allerdings noch in zivilisierter Gegend, in welcher die Beschaffung von Lebensmitteln und Trinkwasser für die Arbeiter keine grösseren Schwierigkeiten bot; aber nun kommt, man bald in die richtige, wasserlose Wüste hinein. Bewohnte Orte gibt es sozusagen keine mehr und als Trinkwasser nur das Regenwasser, welches in den grossen Teichen längs der Mekka-Pilgerstrasse während der Regenzeit aufgefangen wird, eine grüne, stinkende Brühe, welche der jährlichen Mekka- Pilgerfahrt als Trinkwasser dienen soll. Man zweifelt sehr daran, ob infolge dieser Schwierigkeiten je die Bahn ausgebaut werden wird. Jedenfalls wird auch der jetzt fertiggestellte Bahnkörper, welcher bis Ma'än — ein grosses Dorf gegen das Südende des Toten Meeres — reicht, für Syrien und Palästina von grossem Nutzen sein, da die bedeutende Weizenkultur und Viehzucht der Belkä und des alten Moabiterlandes bis nach Keiak einen leichteren Absatz für ihre Produkte gegen Damaskus und Beirut und wohl auch noch gegen Haifa und Akka hin finden werden. Syrische Bahnen. Beirut—Damaskus. Die Bahnlinie Beirut — Damaskus wurde im Winter 1902/03 um 2,2 km von der früheren, ausserhalb der Stadt gelegenen Anfangsstation bis an den Hafen verlängert (Eröffnung Februar 1903). Der neue Bahnhof liegt auf dem Hafenkai dicht beim Zollhause, so dass die Güter direkt vom Zollhause aus verladen werden können. Man hofft mit der dadurch gebotenen Verkehrserleichterung dem noch immer erheblichen, weil bis zu 30% billigeren Frachtwagentransport auf der Fahrstrasse nach Damaskus wirksam zu begegnen. Die Netto-Betriebsergebnisse der Beirut—Damaskusbahn waren 1901 2 305 200 Frcs. (= -}- 115 832 Frcs. gegen 1900). Der Ueberschuss gegen 1900 dürfte von den bedeutenden Materialtransporten für die Hedschasbahn herrühren, die auch 1902 und im laufenden Jahre fortdauerten.