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Altneuland · 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Altneuland
Volume
1 (1904)
Issue
Heft 1 (Januar 1904)
Article
Palästinische Bahnen : Haifa-Damaskus [Nachricht]
Date
1904-01-01
Page
Seite 23 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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- 23 — Palästinische Bahnen. Haifa — Damaskus. Die türkische Regierung hat die Bahnlinie Haifa — M'zerib in Angriff genommen. Die Konzession für dieselbe (als Linie Haifa—Damaskus) war 1891 dem ottomanischen Untertan Joseph Elias Effendi in Gemeinschaft mit dem englischen Unternehmer Robert Pilling erteilt und von diesen der englischen Syna. Ottoman Railway Company, an deren Spitze der Besitzer der Thames Iron Works, Air. Hills, stand und deren Kapital 600 000 £ betrug, mit dem Vorrecht für den Hau eines Hafens in Haifa oder Akka, sowie mit gewissen Exploitationsrechten abgetreten worden. Der Bau (als eingeleisige Normalspurbahn) begann im Dezember 1892, ruhte aber nach Fertigstellung von 8 km infolge von Emissionsschwierigkeiten. Nach einer fruchtlosen Verlängerung der vierjährigen Frist, binnen deren die Bahn vertragsmässig gebaut sein musste, um 3 Jahre und einem 1897 gemachten vergeblichen Versuche, die Arbeit wieder aufzunehmen, war die Konzession (1898) verfallen. Im Vorjahre übernahm die türkische Regierung das Unternehmen gegen Zahlung von 155 000 Ltq. an Mr. Hills. Im April d. J. wurde der Bau wieder aufgenommen und die erste Strecke von 15 km am 8. Mai d. J. fertiggestellt. Der Bau wird von deutschen Ingenieuren ausgeführt. Als Arbeiter werden, wie bei der Hedschasbahn, Landesbewohner, vorwiegend Soldaten, jedenfalls keine europäischen Arbeiter verwendet.*) Für den 1. April 1904 ist die Betriebseröffnung auf den ersten 60 km (bis Besan, in der Nähe des Jordans) zu erwarten. Zur Zeit (August 1903) verkehren Arbeiterzüge bis zum Kilometer 25. Die Bahn überschreitet bei Kilometer 76 den Jordan und wird eine Länge von ca. 160 km haben. Sie soll nach dem neuesten Plan nicht bei M'zerib, sondern weiter südlich bei Der'at in die Hedschasbahn einmünden. Zur Ergänzung dieser Angaben des deutschen Konsulats von Beirut fügen wir noch hinzu, dass die Bahn von Haifa aus über den Kischonfluss gegen die Esdrelonebene hinaufgeht, Nazareth etwa anderthalb Stunden weit links liegen lässt, dann nach Besän in der Jordanebene hinuntersteigt. den Jordan auf einer ■eisernen Brücke unterhalb der alten römischen Steinbrücke Dschisr el Mud- •schanii> überschreitet und dann bald durch das Tal des Jarmuk hinauf in den Dschölan und Hauran bis M'zerib steigt. Es besteht die Absicht, später, wenn die Bahnstrecke einmal dem Verkehr übergeben sein wird, einige Motorboote auf den Tiberias-See zu bringen, welche dann den Verkehr mit der Eisenbahn zu vermitteln haben werden. Demnach sind die verschiedenen Gerüchte über die Umbiegung des Tiberiassees im Norden und die Berührung der Ortschaften Magdala, Kapharnaum und Betsaida falsch. Die Bahn wird vielmehr 3 Stunden südlich vom See über den Jordan hinübergeleitet, und zwar in unmittelbarer Nähe der jüdischen Kolonie Ab ad ij e-Melh amij e. Die Hedschasbahn (Damaskus—Mekka). Der Bau der sogenannten Hedschasbahn (Damaskus—Mekka) ist 1902 gut fortgeschritten. Die Erd- und Mauerarbeiten sind auf einer Länge von 370 km fertiggestellt, der Schienenstrang ungefähr bis Kilometer 277 gelegt (Damaskus—Der'at 123 km, Der'at—"Amman 100 km, 'Amman—Ziza gegen 40 km und 14 km Ab- *) Nach einer uns zugekommenen Privatnachricht aus Palästina werden auch italienische Arbeiter bei den Bahnarbeiten verwendet. Ausserdem sind in leitender Stellung drei deutsche Ingenieure, ein Belgier und ein Italiener. D. Red.

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